Stadtleben

Frauenwochen

Weil der Städter Frauenwochen

Frauen der Stadt und in der Geschichte
Kultur, Geschichte und Musik bei den Frauenwochen


Am 22. März starten mit der Vernissage ‚Filzplastiken‘ von Stefanie Ehrenfried die 23. Frauenwochen. Bis zum 30. März gibt es zahlreiche Veranstaltungen über Wegbereiterinnen in der Geschichte.


Seit fast einem Vierteljahrhundert finden die Weil der Städter Frauenwochen statt. Die diesjährigen Veranstaltungen werden von Frauen aus unterschiedlichen Einrichtungen und Vereinen organisiert, darunter Mitglieder der christlichen Kirchen, der Achmadiyya Gemeinde, dem Kulturverein Manufaktur, dem Kunstforum und der Volkshochschule Weil der Stadt. „Gerade in den Frauenwochen war es uns schon immer wichtig zu zeigen, dass Kultur ein Spiegel der Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen ist. Nicht umsonst wurde das Lied „Brot und Rosen“ ein wichtiger Slogan des internationalen Frauentags am 8.März, den Clara Zetkin 1910 initiiert hatte, erinnert Elisabeth Engesser, die im Vorstand des Kulturvereins und Mitorganisatorin der Frauenwochen ist.

Steiniger Weg zum Frauenwahlrecht


Der Weg zum Wahlrecht für Frauen war steinig und lang. Suffragetten wurden die Wahlrechts-Aktivistinnen von der englischen Presse genannt, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in Großbritannien für ein allgemeines Frauenwahlrecht einsetzten. Ihre Aktivitäten reichten von passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks. Dazu läuft am Freitag, 8. März – dem Internationalen Frauentag – der Film ‚Suffragette -Taten statt Worte‘ in der Kulisse. Es singt der Frauenprojektchor „Viva la musica“ unter der Leitung von Tijana Veljic.
„Freiheit und Demokratie wurde vor allem von Frauen über viele Jahre hart erkämpft“, erklärt Angelika Brombacher, Koordinatorin der Frauenwochen, „dies wollen wir mit unseren Veranstaltungen ins Bewusstsein rücken.“ In Deutschland wurde am 19. Januar 1919 die verfassungsgebende Nationalversammlung gewählt, an der erstmals Frauen als Wählerinnen und Gewählte teilnahmen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Die deutschen Männer wählten erstmalig 1848 die Frankfurter Nationalversammlung. Bei einer Führung durch die Landesausstellung ‚Demokratie im Südwesten‘ im Haus der Geschichte wird der Kampf um Frauen(wahl)rechte vom Kaiserreich bis zum 21. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Eine Führung findet am Freitag 22. März um 15 Uhr statt.

Schicksal der Keplerin


Weit zurück in der Geschichte geht Hans-Joachim Albinus in seinem Vortrag ‚Vom Schicksal der Keplerin‘ am Donnerstag, 14. März im Klösterle. Der Hexenprozess der Mutter von Johannes Kepler erregte im Mittelalter viel Aufsehen. Katharina Keplers Schicksal ist exemplarisch für die Situation im reformierten Württemberg nach Entstehung der Hexenverfolgungen in Europa. Mehr über die Frauen der Stadt, gibt es auch am Samstag, 16. März bei einer Führung im Stadtmuseum.
Jahrhundertrevue zur Geschichte der Frauenbewegung
Eine kabarettistische-literarische Jahrhundertrevue zur Geschichte der Frauenbewegung versprechen Gisela E. Marx und Dorrit Bauerecker am Sonntag, 17. März ebenfalls im Klösterle. Dabei schaffen sie ihre ganz eigenen, witzigen, revueartigen Collagen. Sie setzen verschiedenste Montagetechniken zur Darstellung ihrer Themen ein - Originaltext, Schlager, Sketch, Chanson und Moderation.

Sängerinnen im Jazz


Musikalisch geht es am Sonntag, 24. März mit Fola Dada, einer der gefragtesten Sängerinnen der Jazz Szene weiter. Sie macht sich auf die Suche nach ihren Geschlechtsgenossinnen in der Musik. Denn auch die Frauen im Jazz hatten ihre Schwierigkeiten, künstlerisch anerkannt zu werden. „Die weltweite „Me too“-Bewegung, die auf sexuelle Belästigungen aufmerksam macht, zeigt, dass es auch in der Film- Musik- und Kunstszene einen großen Nachholbedarf gibt, was Gleichberechtigung betrifft. Nicht nur im gleichberechtigten Umgang zwischen Frauen und Männern, sondern vor allem auch zwischen Mächtigen und Abhängigen“, sagt Elisabeth Engesser, die sich über das abwechslungsreiche Programm der Frauenwochen freut.

Den Flyer zum ausführlichen Programm gibt es hier.

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Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!