Stadtleben

Banner Müll-Kampagne

Müll-Kampagne der Stadtverwaltung

Leere Flaschen, Chipstüten, Pizzakartons oder Zigarettenstummel über den Carlo-Schmid-Platz verstreut – das ist kein seltenes Bild am frühen Montagvormittag. Da der Carlo-Schmid-Platz kein Einzelfall ist, sondern die Müllproblematik in Weil der Stadt, ähnlich wie in vielen anderen Kommunen, zunimmt, startet die Weiler Stadtverwaltung eine Müll-Kampagne, um zu sensibilisieren und aufzuklären.

Bürgermeister Christian Walter selbst hatte die Idee zu der Kampagne: „Wir möchten das Thema mehr in die Öffentlichkeit rücken. Wir freuen uns, wenn unsere öffentlichen Plätze belebt sind und sich die Menschen auf den Spielplätzen oder in der Innenstadt aufhalten. Seinen Müll danach aber nicht ordnungsgemäß zu entsorgen, ist mehr als nur ärgerlich. Der Müll verschandelt unser Ortsbild, ist schlecht für die Umwelt und die Entsorgung kostet die Stadtverwaltung viel Geld.“

Im Jahr 2020 hat das Team des Baubetriebshofs insgesamt 3.900 Stunden für die Stadtreinigung aufgebracht. Dadurch entstanden der Stadtverwaltung Kosten in Höhe von 150.000 Euro. Hinzu kommen ca. 25.000 Euro für die Installation weiterer Abfallbehälter im Stadtgebiet. Kosten, die durch konsequente Nutzung der bereitstehenden Behälter zum größten Teil vermieden werden könnten, beschreibt Ralf Wöschler, Leiter des Baubetriebshofs.

Öffentlichkeitskampagne gegen den Müll

Im Rahme der Müll-Kampagne werden Plakate mit dem Slogan „Sei ein Ehrenmann. Räum deinen Müll auf“ bzw. „Sei eine Ehrenfrau. Räum deinen Müll auf“ im Stadtgebiet aufgehängt. Die 2018 zum Jugendwort des Jahres gewählte Bezeichnung „Ehrenmann/Ehrenfrau“ wird verwendet, wenn eine Person etwas Besonderes für eine andere Person macht. „Wir wollen mit dem Slogan gezielt auch die Aufmerksamkeit der jüngeren Generationen wecken. Denn leider stellen wir fest, dass es mittlerweile nicht mehr selbstverständlich, sondern etwas Besonderes ist, seinen Müll aufzuräumen.“, erklärt der Weiler Bürgermeister. Allerdings seien nicht nur Jugendliche für die Vermüllung verantwortlich, der Trend zeige sich generell in der Gesellschaft. Auf den Social-Media-Kanälen werden im Rahmen der Müll-Kampagne in den nächsten Wochen verschiedene Informationen rund um das Thema „Müll“ veröffentlicht, auch Beteiligungen der Bürgerinnen und Bürger, etwa per Umfrage nach Standorten für zusätzliche Mülleimer, sind geplant.

Die Müll-Problematik hat in den letzten Jahren zugenommen

„Generell beobachten wir, dass die Selbstverständlichkeit, seinen Müll einfach liegen zu lassen anstatt in den Mülleimer zu werfen, in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Die Corona-Situation und die Tatsache, dass die Menschen mehr Zeit draußen und in der Natur verbringen, hat die Problematik zusätzlich verstärkt“, beschreibt auch Daniel Hörner, zuständig für die Stadtreinigung im Baubetriebshof, die Situation. Doch nicht nur das Liegenlassen des Mülls sei problematisch. Auch die illegale Entsorgung des Hausmülls in öffentlichen Mülleimern nehme zu, so Hörner weiter. „Die Hemmschwelle, seinen Hausmüll direkt in öffentlichen Abfallbehältern zu entsorgen oder diesen direkt daneben abzustellen, ist extrem gesunken. Ebenso das Entsorgen von diversen Baumaterialien am Wegrand, vordergründig an Feldwegen entlang der Hauptverkehrsstraßen, ärgern uns. Dieser muss sehr zeitintensiv eingefasst und entsorgt werden, obwohl die Entsorgungskosten auf der Deponie beziehungsweise dem Wertstoffhof gering oder gar kostenlos sind.“

Verschiedene Organisationen haben sich beteiligt

An der Kampagne der Stadtverwaltung beteiligt sind auch verschiedene Organisationen:  Das Team von Fridays for Future Weil der Stadt hat ein Banner gestaltet, das an der Stadtmauer am Carlo-Schmid-Platz aufgehängt wird. Gefördert wird die Kampagne von der Partnerschaft für Demokratie Weil der Stadt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Engagiert hat sich außerdem das Team der Weiler-CleanUp-Days: Seit zwei Jahren organisiert dieses Team immer im Herbst im Rahmen der weltweiten CleanUp Days eine Müllsammelaktion in Weil der Stadt – auch für Herbst 2021 ist die Aktion wieder geplant. Die zunehmende Vermüllung führt jedoch dazu, dass auch schon jetzt eine Müllsammelaktion im Rahmen der Müll-Kampagne stattfinden kann.

Müllsammelaktion

Bis Freitag, 2. Juli 2021, können sich die Weil der Städter Bürgerinnen und Bürger beteiligen und bei Touren oder Spaziergängen in der Umgebung Müll aus der Natur einsammeln, um ein Zeichen zu setzen gegen wilden Müll und für Natur- und Umweltschutz. Das Team der Weiler Cleanup-Days hat dafür die von der letzten Aktion noch übrigen Mülltüten zur Verfügung gestellt und in den Abholstationen verteilt.

Pro Ortsteil gibt es eine Station, bei der die Mülltüten abgeholt werden können:

  • Weil der Stadt: Stadt- & Tourist-Info
  • Merklingen: Beates Feinkost-Bar
  • Hausen: Im Rathaus (auf dem Bänkle)
  • Schafhausen: Nuber’s Obsthof
  • Münklingen: Sonja’s Blumenladen

Der eingesammelte Müll kann kostenlos in einem dafür bereitgestellten Container beim Baubetriebshof (Mittlere Straße 26) in Merklingen abgegeben werden.

Die Abgabe der Mülltüten ist

  • vormittags von 08:00 bis 12:00 Uhr ohne Voranmeldung
  • nachmittags nach Voranmeldung (telefonisch unter 07033 521240 oder per E-Mail an baubetriebshof@weilderstadt.de)

möglich.

Fotos von der Aktion können mit einer kurzen Beschreibung können per E-Mail an presse@weil-der-stadt.de gesendet werden. Diese Fotos werden dann auf den Social Media-Kanälen Facebook und Instagram veröffentlicht.

Anleitung für die Müllsammelaktion

Große Gegenstände wie alte Autoreifen, Felgen oder Fässer, die in der Natur gefunden werden, können dem Baubetriebshof gemeldet werden. Das Team des Baubetriebshofs sammelt die Gegenstände dann vor Ort ein.

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Infos rund um den Müll

Plastikmüll


Auf vielen Plastikflaschen oder Getränkedosen ist Pfand. Schon allein deswegen gehören diese nicht in die Natur. Hinzu kommen die extrem hohen durchschnittlichen Abbauzeiten. Denn einmal verwendet, liegt der Müll ewig in der Umwelt: 450 Jahre benötigt eine Plastikflasche, bis sie abgebaut ist, "nur" ungefähr halb so lange die Getränkedose mit 200 Jahren.

Nicht nur Plastikflaschen sondern generell die Unmengen an Plastikmüll beschäftigen nach wie vor unsere Erde. Die Umwelt und die Meere sind stark belastet von dem globalen Ungleichgewicht zwischen Produktion und Recycling. Es gibt bereits eine Vielzahl an offiziellen Kampagnen, die u. a. für ein Vebot von bestimmten Plastik-Artikeln kämpfen. Denn die Abbauzeit von Plastikmüll ist wesentlich höher als die von anderem Müll.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wirbt in ihrer Kampagne #wenigeristmehr um die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger und gibt Tipps, um die Problematik des Plastikmülls zumindest verringern zu können (https://www.bmu.de/wenigeristmehr/).

Quelle:
DHUwelt 2/2017
https://www.bmu.de/wenigeristmehr/

Einweggetränkebecher


Rund 55.000 Tonnen Abfall fällt jährlich in Deutschland durch die To-go-Becher für Kaffee oder andere Getränke an, damit wurde sogar die Plastiktüte als Abfallverursacher überholt. Das bedeutet Platz 2 auf der Liste der am häufigsten gelitterten Gegenstände.

Regional betrachtet werden im Landkreis Böblingen pro Stunde etwa 1.484 Einwegbecher weggeworfen - und das nach nicht einmal 15 Minuten Nutzung! Auch aus diesem Grund hat sich der Landkreis Böblingen einem in Deutschland verbreiteten und bewährten System angeschlossen: Seit Februar 2019 gibt es den BB-Pfandbecher, der Teil des Pfandsystems der Firma reCUP GmbH ist.

Weitere Informationen sowie die Standorte der teilnehmenden Betriebe finden Sie auf der Webseite des Landratsamtes Böblingen unter https://www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/pfandbecher.html.
Selbstverständlich sind jedoch auch alle anderen wiederverwendbaren Becher eine gute Alternative!

Quellen:
Abfallwirtschaft Landkreis Böblingen/BB-Pfandbecher
https://www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/pfandbecher.html

Verbraucherzentrale
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/coffee-to-go-einwegbecher-vermeiden-12332

Bundesumweltministerium
https://www.bmu.de/wenigeristmehr/

Zigaretten


Durchschnittlich landen weltweit jährlich etwa 4,8 Billionen Zigaretten in der Umwelt. Die weggeworfenen Kippen sind zwar in der Regel klein, ihre Auswirkungen für Umwelt und Grundwasser sind jedoch umso größer, da sie eine Vielzahl giftiger Substanzen (z. B. Nikotin, Arsen, Schwermetalle) enthalten. Mit dem Regen werden die Gifte in den Boden und in das Grundwasser gespült.

Neben den gefährlichen Chemikalien ist auch der in den Zigaretten-Filtern enthaltene Kunststoff ein Problem für die Umwelt, da dieser nicht abgebaut wird, sondern als Mikroplastik endet. Allgemein ist eine Zigarettenkippe unter optimalen Bedingungen von Temperatur, Feuchtigkeit und pH-Wert erst nach zwei bis drei Jahren vollständig abgebaut. Die Zigaretten stehen auf Platz 1 der am häufigsten gelitterten Gegenstände in Deutschland.

Quellen:
Drucksache Deutscher Bundestag 19/7380
https://dserver.bundestag.de/btd/19/073/1907380.pdf

BUND Kreisverband Stuttgart
https://www.bund-stuttgart.de/muster-und-vorlagen/default-1d29b03459/meldungen/detail/news/zigarettenstuemmel-richtig-entsorgen/

Das Littering


Das achtlose Entsorgen von Müll im öffentlichen Raum wird auch als sogenanntes „Littering“ (=Vermüllung) bezeichnet. Bei dem aktuell schönen Wetter halten sich viele Menschen auf den öffentlichen Plätzen und in der Natur auf. Viele Abfälle finden jedoch anschließend nicht den Weg in die bereitgestellten Abfallbehälter und bleiben auf den Plätzen oder in der Natur liegen. Dass die Müllproblematik nicht nur in Weil der Stadt, sondern generell weiter zunimmt, bestätigt auch eine Studie des Umweltbundesamtes, die das Litteringaufkommen in den vergangenen fünf Jahren untersucht hat. Die dabei am häufigsten gelitterten Gegenstände sind Zigaretten (75 %), Einweggetränkebecher (71 %) und Kaugummis (68 %).

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes.

Quelle:
Umweltbundesamt
https://www.umweltbundesamt.de/themen/weiterhin-sehr-hohes-aufkommen-von-abfaellen-in-der

Die Stadtreinigung


Die Beseitigung des achtlos weggeworfenen oder illegal entsorgten Mülls kostet die Stadtverwaltung viel Geld und Mühe. So hat das Team des Baubetriebshofs im Jahr 2020 insgesamt 3.900 Stunden für die Stadtreinigung aufgebracht. Dadurch entstanden der Stadtverwaltung Kosten in Höhe von 150.000 Euro. Hinzu kommen ca. 25.000 Euro für die Installation weiterer Abfallbehälter im Stadtgebiet. Die Kosten wären durch die konsequente Nutzung der bereitstehenden Behälter zum größten Teil vermeidbar, erklärt Ralf Wöschler, Leiter des Baubetriebshofs. Generell sei zu beobachten, dass die Selbstverständlichkeit, seinen Müll einfach liegen zu lassen anstatt in den Mülleimer zu werfen, in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, ergänzt Daniel Hörner, Leiter der Stadtreinigung beim Baubetriebshof. Die Corona-Situation und die Tatsache, dass die Menschen mehr Zeit draußen und in der Natur verbringen, habe die Problematik zusätzlich verstärkt.

Sie vermissen an einem bestimmten Ort im Stadtgebiet einen Mülleimer? Schicken Sie uns den Standort des fehlenden Mülleimers per Direktnachricht oder an presse@weil-der-stadt.de.

Der Müll muss weg!

Carlo-Schmid-Platz
Müll liegt vor dem Mülleimer
Leerer Pizzakarton auf der Straße
Illegal entsorgter Hausmüll

Logo der Region Stuttgart Logo der Heckengäu Natur Nah Die ehemalige freie Reichsstadt Weil der Stadt mit den Stadtteilen Merklingen,
Schafhausen, Münklingen und Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im
idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!