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Reformations-Jubiläum in Weil der Stadt

Das Reformations-Jubiläum im Geburtsort von Johannes Brenz, der „Speerspitze Luthers im Süden“

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug.

Da liegt es nahe, dass auch in der Geburtsstadt von Johannes Brenz ein vielfältiges Programm zusammengestellt wurde.

Wer war  Johannes Brenz und was hat er mit der Reformation zu tun?*


Johannes Brenz Johannes Brenz wurde am 24. Juni 1499 in der Reichsstadt Weil der Stadt als Sohn des Martin Hess, genannt Brenz (1475–1535), und der Catharina Hennig geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Bereits 1514 begann er ein Studium an der Universität Heidelberg. Dort beeindruckte ihn ein Auftritt Martin Luthers am 26. April 1518 tief; er war der Beginn einer lebenslangen, engen Verbindung. 1519 wurde Brenz Rektor der Schwabenburse in Heidelberg. 1520 wurde er ebenfalls in Heidelberg Kanonikus an der Heiliggeistkirche.

Von Heidelberg aus wurde er in die Reichsstadt Schwäbisch Hall zum Prediger berufen. Brenz begann schnell, reformatorisch zu wirken und setzte in seinem Wirken in Schwäbisch Hall von 1522–1548 die Reformation und Neuordnung der Kirche schrittweise durch. Mit einbezogen in die Reform des Kirchenwesens waren auch die Schulen. Talentierte Schüler gleich welcher Herkunft sollten laut Brenz Latein lernen und so die Grundlage für eine höhere Schulbildung erwerben. Er forderte auch Schulunterricht für Mädchen, denen die Heilige Schrift ebenso gehöre wie den Männern. Wichtiges Unterrichtselement war der Katechismus, der in Frage- und Antwortenform Glaubensinhalte bündelte und sie so u.a. der Jugend zugänglich machen sollte. Die drei von Brenz verfassten Katechismen, am wichtigsten derjenige von 1535, entfalteten eine große Wirkung – bis 1999 erschienen davon insgesamt 518 Ausgaben, darunter fremdsprachige. Neben Luther gilt Brenz als bedeutendster Katechismenautor des lutherischen Protestantismus.

Herzog Christoph von Württemberg, Sohn des 1550 verstorbenen Ulrich von Württemberg, machte Johannes Brenz zu seinem wichtigsten theologischen Ratgeber. Zwischen den beiden entstand ein enges Vertrauensverhältnis. 1553 erhielt Brenz das Amt des Stiftspropsts von Stuttgart. Seine wichtigste Aufgabe war nun, der evangelischen Kirche des Herzogtums eine organisatorische Form zu geben. Teil dieser Arbeit war zum Beispiel die Reform der Klöster 1556, aus der die berühmten württembergischen Klosterschulen hervorgingen, sowie der Neuaufbau einer auf den Fürsten ausgerichteten Kirchenorganisation. Diese Bemühungen mündeten in die „Große württembergische Kirchenordnung“ von 1559, in der sowohl die organisatorischen als auch die theologischen Grundlagen der Evangelischen Kirche Württembergs festgeschrieben wurden. Obwohl in vielem verändert, ist die württembergische Landeskirche bis heute durch diese im Wesentlichen von Brenz bestimmte, streng lutherische Form geprägt.*
* Quelle: Wikipedia

Veranstaltungen zum Reformations-Jubiläum in Weil der Stadt:


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Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!