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Lärmdisplay und Initiative gegen Motorradlärm


Biker sollen im Landkreis Böblingen ermuntert werden, rücksichtsvoll und leise zu fahren. Deshalb hat die Kreisverwaltung ein ortsunabhängiges Display angeschafft, das mit Warnhinweisen Zweiradfahrer darauf aufmerksam macht, wenn sie zu laut unterwegs sind. Das Display hat rund 15.000 Euro gekostet, wovon das Landesverkehrsministerium 4.000 Euro bezuschusst.

Am vergangenen Donnerstag, den 16.09.2021, wurde das Display an der L1182 auf Höhe des Ortsausgangs von Schafhausen Richtung Weil der Stadt aufgestellt.

Landrat Roland Bernhard fährt selbst gerne Motorrad: „Wer rücksichtsvoll fährt schützt sich selbst und andere. Dazu gehört auch das leise Fahren. Motorradfahren liegt im Trend und macht Spaß. In unserem Landkreis sind über 25.000 Zweiräder zugelassen, ein Zuwachs von elf Prozent in fünf Jahren. Bei aller Freude am Fahren ist vielen Motorradfahrern leider nicht bewusst, wie laut ihre Maschinen sind und wie stark dieser Krach andere Menschen stört und sogar gesundheitlich beeinträchtigen kann. Lärm-Displays sind eine präventive Maßnahme und helfen nachweislich, Motorradlärm zu reduzieren und die Fahrer für das Thema zu sensibilisieren.“

Das Display mahnt zu leiserem Fahren und angepasster Geschwindigkeit. Bei Überschreitung der Lautstärke bekommt der Fahrer die Rückmeldung über ein nachgeschaltetes Dialogdisplay (Langsam/Danke/Leise). Untersuchungen des Verkehrsministeriums haben gezeigt, dass sich die negative Rückmeldung auf dem Display positiv auf den Fahrer auswirkt.

Im Rahmen der Aufstellung des Displays in Weil der Stadt hat Bürgermeister Walter mitgeteilt, dass die Stadt Weil der Stadt Mitglied in der Initiative gegen Motorradlärm geworden ist. Die Forderungen der Initiative, der in Baden-Württemberg schon circa 150 Kommunen angehören, richten sich an die Verantwortlichen in Bund und EU. „Bei mir liegen immer wieder zahlreiche Beschwerden von Anwohnern wegen lauter Motorräder auf dem Tisch. Als Kommune haben wir aber so gut wie keine Möglichkeit, regulierend einzugreifen.“, berichtet Bürgermeister Walter. Man wolle niemandem den Spaß am Fahren verbieten, die Anwohner hätten aber ein Recht auf Lärmschutz, das durch die Initiative gestärkt werden solle. „Leider wird dieses Problem vom Bund bisher weitestgehend ignoriert“, bedauert Walter abschließend.

Information zu Motorradlärm-Displays

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg hat im Jahr 2016 Motorradlärm-Displays als präventive Lärmminderungsmaßnahme auf mehreren Pilotstrecken erprobt und zur Serienreife entwickeln lassen. Mit Motorradlärm-Displays können Motorradfahrende durch die unmittelbare und individuelle Ansprache zu einer moderaten Fahrweise und somit zu einer Reduzierung der Lärmbelastung angehalten werden. Die vom Land in den Jahren 2015 und 2016 durchgeführten Testreihen konnten eine Lärmminderung von 1,1 bis 2,2 dB(A) nachweisen. Das ist eine Größenordnung, die der Mensch durchaus als Verbesserung wahrnimmt.

Information zur Initiative Motorradlärm

Im Juli 2019 haben sich Zahlreiche Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg zur „Initiative Motorradlärm“ zusammengeschlossen. Die zehn Forderungen der Initiative haben das Ziel, dass der Motorradlärm verringert wird. Sie richten sich an den Bund und die EU, an Hersteller und Händler sowie an Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen. Der Initiative sind inzwischen über 150 kommunale Mitglieder beigetreten.

Logo der Initiative Motorradlärm

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Weil der Stadt

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