Keplerstadt

Stadtarchiv

Archivale des Monats

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01.07.2020
Wie schon im Juni entstammt auch das Archivale des Monats Juli dem Bestand der Stadtratsprotokolle. Wiederum gehen wir über 300 Jahre zurück und widmen uns zweier kleinen Einträge in den Ratsprotokollen der Jahre 1685 und 1697.
Das heute noch allgegenwärtige Genussmittel Tabak sorgte bereits in den Jahren 1685 und 1697 für Diskussionen.
02.06.2020
Beim Archivale des Monats Juni handelt es sich um einen Auszug aus einem über 350 Jahre alten Protokollband. Im Herbst des Jahres 1657 wurde vor dem Rat der Stadt der Ehebruch des Glasers Johann Jakob Cringer verhandelt. Ihm wurde vorgeworfen seine Magd Anna geschwängert zu haben. In den sich auf mehrere Seiten erstreckenden Verhören werden intimste Details untersucht:
01.05.2020
Mit der Neufassung der württembergischen Gemeinde-Selbstverwaltung wurde 1819 dem Ortsvorsteher die Aufgaben eines Friedensrichters übertragen. Das Ziel war, dass der Friedensrichter bei geringfügigen Zivilsachen wie Beleidigungen, Verleumdungen oder geringfügigen Diebstählen den Streit zwischen den Parteien schlichten sollte, bevor die Streitsache an ein Amtsgericht verwiesen wurde. Man ging davon aus, dass der Ortsvorsteher die persönlichen Verhältnisse der Streitparteien und die Lage der Sache besser kenne, zudem das Vertrauen der Parteien genieße und damit leichter einen Vergleich zustande bringen könne als ein Amtsgericht.
01.04.2020
Auf die Klageschrift des anonymen Bürgers vor dem Weil der Städter Stadtrat (1797) folgt ein Antwortschreiben des beschuldigten Metzgers (Johannes) Georg Stotz (15.06.1751–05.01.1806). In seinem Antwortschreiben bemüht sich dieser um die Klarstellung des nächtlichen Vorfalls. Aus seiner Sicht habe sein „Gegner“ die Ereignisse absichtlich falsch dargestellt und möchte diese nun korrigieren. Dazu führt er fünf Punkte an, die beweisen sollen, er allein sei nicht schuld an der Eskalation: U.a. sei auch er vom Kläger und sogar von dessen Familie angegriffen worden. Außerdem habe er nie die Absicht gehabt, seinen Nachbar zu töten; vielmehr sei es auf Grund seiner Trunkenheit aus Zufall geschehen. Als Mörder bezeichnet zu werden, treffe ich schwer. Zuletzt entschuldigt sich Stotz für sein Verhalten beim Stadtrat mit dem Hinweis, nicht auch seine Familie für sein Vergehen zu bestrafen.
02.03.2020
1797 klagt ein Weil der Städter Bürger vor dem Stadtmagistrat gegen den Metzger (Johannes) Georg Stotz (15.06.1751–05.01.1806). In dem gemeinsamen Wohnhaus war es in der Nacht (das genaue Datum ist unbekannt) zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen den beiden gekommen, nachdem der wohl betrunkene Stotz auf der Suche nach seiner Frau, die zuvor vor ihrem übergriffigen Ehemann aus der Stube geflohen war, vor dem Zimmer des Klägers randalierte. Wie der anonyme Bürger beschreibt, habe Stotz ihn beschimpft, geschlagen (wodurch er zwei Zähne verloren habe) und ohnmächtig gewürgt. Nicht zuletzt unterstellt er seinem Angreifer Tötungsabsicht und nennt ihn einen Mörder.
An den Stadtrat wendet sich der Kläger mit der Bitte um Wiedergutmachung: u.a. fordert er für seine Familie und sich eine neue Unterbringung sowie Schadensersatz für seine ausgeschlagenen Zähne.
03.02.2020
Anton Gall ist am 19.5.1870 in Weil der Stadt geboren und am 9.2.1958 hier verstorben. Nach seiner Schulzeit machte er eine Buchbinderlehre und ging dann als Buchbindergeselle auf Wanderschaft, der Weg führte ihn nach Köln, Hamburg, Lübeck, Berlin Weimar, Erfurt, Leipzig, auch in den Süden nach Basel, Zürich, nach München, Innsbruck, Bozen, Meran – alles zu Fuß. 1896 eröffnete er eine Buchbinderwerkstatt in der Steinhofgasse/Ecke Scheergasse. Dort verkaufte er auch Schreibutensilien und Schulartikel. Weil seine Buchbinderei und die Papierhandlung zu wenig Verdienst abwarf, betätigte er sich noch als Verkäufer von Hopfen und als Zwischenhändler für Futtermittel. Während des 1. Weltkriegs verwaltete er das städtische Lebensmittelamt.
02.01.2020
Die Inventuren und Teilungen sind Vermögensbeschreibungen, die von fast allen Einwohnern einer Gemeinde bei ihrer Verheiratung und bei ihrem Tod angefertigt wurden, um Erbschaftsstreitigkeiten vorzubeugen. Sie waren Teil des Amtsgeschäfts der Freiwilligen Gerichtsbarkeit, das der städtischen Verwaltung oblag. In den Inventuren und Teilungen wurden alle Vermögenswerte eines Einwohners aufgeführt und deren Wert taxiert, von Immobilien über Geldvermögen, Schulden, Vermögensausstände bis zu den beweglichen Gütern, vom Kleiderschrank im Wert von 12 Gulden bis zum Sacktuch für 12 Kreuzer.
01.12.2019
Die Wochenblattausgaben im Dezember 1919 haben einen Umfang von nur noch zwei Seiten, lediglich die Samstagsausgabe vom 13. Dezember mit einem großen Anzeigenteil ist mit 8 Seiten Umfang üppiger ausgefallen. Der Winter 1919/1920 steht noch ganz im Eindruck des verlorenen Weltkriegs. Die Menschen haben anderes im Sinn als Ge-schenke zu kaufen. Der Mangel an Geld und an Lebensmitteln bestimmt das Leben. Die Preise stiegen und die Löhne hinkten hinterher. Die Geldentwertung nach dem Krieg führte dazu, dass im Dezember 1919 der Wert einer Mark auf ein Zehntel ihres Werts vom August 1914 gefallen war. Viele Menschen hungerten. Nur zwei Inserate werben für Weihnachtsgeschenke, für Christbaumschmuck und für Spielzeug.
01.11.2019
Anton Gall war ein überaus aktiver und neugieriger Mensch. Sein Hauptinteresse galt der Geschichte seiner Heimatstadt Weil. Gall war 1949 Gründungsmitglied des Heimatvereins Weil der Stadt, als Hobbyhistoriker verfasste er in den 1930er Jahren bis zu seinem Tod 1958 eine Reihe von historischen Aufsätzen und Zeitungsartikeln.
Der Nachlass von Anton Gall wurde im Dezember 2018 durch seine Enkeltochter dem Stadtarchiv übergeben.
01.10.2019
Am 2. Dezember 1755 kommt es zwischen dem Pfarrer Grau, der in Begleitung des Meßners und einer kleinen Abordnung aus Himmelträgern und Chorschülern auf dem Weg ins Spital ist, und einem ortsfremden Bauer zu einer verbalen Auseinandersetzung, weil der Bauer sich geweigert hat, seinen Hut zu heben als Ehrbezeugung vor dem Allerheiligsten. Die Angelegenheit kommt vor den Stadtrat und der Bauer wird verhört. Er entschuldigt sich für sein Verhalten, einer späteren Vorladung kommt er aber nicht nach, auch der Obervogt von Liebenzell bzw. Calw verpflichtet ihn nicht dazu.
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