Keplerstadt

Stadtarchiv

Archivale des Monats

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Artikel 1-10 von 64
02.01.2020
Die Inventuren und Teilungen sind Vermögensbeschreibungen, die von fast allen Einwohnern einer Gemeinde bei ihrer Verheiratung und bei ihrem Tod angefertigt wurden, um Erbschaftsstreitigkeiten vorzubeugen. Sie waren Teil des Amtsgeschäfts der Freiwilligen Gerichtsbarkeit, das der städtischen Verwaltung oblag. In den Inventuren und Teilungen wurden alle Vermögenswerte eines Einwohners aufgeführt und deren Wert taxiert, von Immobilien über Geldvermögen, Schulden, Vermögensausstände bis zu den beweglichen Gütern, vom Kleiderschrank im Wert von 12 Gulden bis zum Sacktuch für 12 Kreuzer.
01.12.2019
Die Wochenblattausgaben im Dezember 1919 haben einen Umfang von nur noch zwei Seiten, lediglich die Samstagsausgabe vom 13. Dezember mit einem großen Anzeigenteil ist mit 8 Seiten Umfang üppiger ausgefallen. Der Winter 1919/1920 steht noch ganz im Eindruck des verlorenen Weltkriegs. Die Menschen haben anderes im Sinn als Ge-schenke zu kaufen. Der Mangel an Geld und an Lebensmitteln bestimmt das Leben. Die Preise stiegen und die Löhne hinkten hinterher. Die Geldentwertung nach dem Krieg führte dazu, dass im Dezember 1919 der Wert einer Mark auf ein Zehntel ihres Werts vom August 1914 gefallen war. Viele Menschen hungerten. Nur zwei Inserate werben für Weihnachtsgeschenke, für Christbaumschmuck und für Spielzeug.
01.11.2019
Anton Gall war ein überaus aktiver und neugieriger Mensch. Sein Hauptinteresse galt der Geschichte seiner Heimatstadt Weil. Gall war 1949 Gründungsmitglied des Heimatvereins Weil der Stadt, als Hobbyhistoriker verfasste er in den 1930er Jahren bis zu seinem Tod 1958 eine Reihe von historischen Aufsätzen und Zeitungsartikeln.
Der Nachlass von Anton Gall wurde im Dezember 2018 durch seine Enkeltochter dem Stadtarchiv übergeben.
01.10.2019
Am 2. Dezember 1755 kommt es zwischen dem Pfarrer Grau, der in Begleitung des Meßners und einer kleinen Abordnung aus Himmelträgern und Chorschülern auf dem Weg ins Spital ist, und einem ortsfremden Bauer zu einer verbalen Auseinandersetzung, weil der Bauer sich geweigert hat, seinen Hut zu heben als Ehrbezeugung vor dem Allerheiligsten. Die Angelegenheit kommt vor den Stadtrat und der Bauer wird verhört. Er entschuldigt sich für sein Verhalten, einer späteren Vorladung kommt er aber nicht nach, auch der Obervogt von Liebenzell bzw. Calw verpflichtet ihn nicht dazu.
01.09.2019
Der Schlosser Ferdinand Rothacker stellt 1806 beim Oberamt und Stadtrat Weil der Stadt den Antrag, dass ihm ein Grundstück außerhalb der Stadtmauer zum Kauf angeboten wird, das der Hechtwirt David Wolf in Pacht bewirtschaftet. Rothacker will auf dem Grundstück am Gerberbach eine Schleifmühle bauen zur Verbesserung seines Betriebs als Schlosser. Der Stadtrat vertagt die Entscheidung über Rothackers Eingabe, um sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. Rothackers Eingabe wird danach aber nicht mehr vor dem Rat behandelt, der Plan kommt nicht zur Ausführung, von einer Schleifmühle beim Küfertörle findet sich nichts in anderen Unterlagen.
01.08.2019
Am 17. April 1822 stellte der Magistrat Weil der Stadt ein Gesuch an die königlich württembergische Regierung, einen Bürgergarde aufstellen zu dürfen. Es ist aber zweifelhaft, ob 1822 tatsächlich schon die Bürgergarde gegründet wurde, denn in den Folgejahren hört man nichts mehr von ihr. Erst wieder im November 1828, als ein Schreiben des Oberamts über die Lieferung von Waffen im Weiler Rathaus einging. Nun sind im Stadtarchiv Dokumente vom Mai 1829 aufgetaucht, die nahelegen, dass die Bürgergarde in dieser Zeit gegründet wurde.
01.07.2019
Zum Ruggericht hatten sich alle Bürger und Beisitzer einer Gemeinde an einem vom Oberamt bestimmten Termin vor dem Rathaus einzufinden. Zunächst wurden der Schultheiß und die neun Gemeinderäte befragt, ob sie etwas zu rügen hätte. Anschließend hatten die Bürger und Beisitzer das Recht, ihre Wünsche und Vorschläge über die Verbesserung der Verwaltung oder etwaige Beschwerden vorzubringen. Das Ruggericht Schafhausen 1791 führt 94 Bürger und Beisitzer, 11 Witwen und 16 unverheiratete Bürgersöhne auf, die befragt wurden.
29.05.2019
Der Eintrag im Ratsprotokoll vom 29.8.1794 ist aus mehreren Gründen interessant, löst aber auch Befremden aus. Der Feldschütz wurde zusammen mit anderen öffentlichen Aufgaben im Zuge der jährlichen Vergabe der Martinidienste bestimmt. Er hatte die Aufgabe, über die Felder und Gärten außerhalb der Stadt zu wachen und einen Diebstahl dem Rat anzuzeigen. Dass er für einen gemeldeten Fall eine Art Fangprämie von 30 Kreuzer erhielt, das entsprach etwa dem Taglohn eines Handwerkers, war sicherlich ein zusätzlicher Anreiz, seinem Dienst sehr genau nachzugehen. Anders als die übrigen Martinidienste wurde der Feldschütz nicht aus der Stadtkasse bezahlt, er bekam vielmehr Naturalien von den Bürger. Wie fast alle Dienste für die Stadt, war der Feldschütz nebenamtlich beschäftigt und hatte einen anderen Hauptberuf, Fidelis Nachbauer war Bäcker.
02.05.2019
Wenige Tage nach Ende des 1. Weltkriegs verkündete der im Zuge der November-Revolution an die Macht gekommene Rat der Volksbeauftragten in Berlin:
„Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystem für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“
In der Verordnung vom 30. 11. 1918 über die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung wurde dann das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht gesetzlich fixiert. Am 19. Januar 1919 war die erste reichsweite Wahl, bei welcher Frauen wählen durften und selbst gewählt werden konnten.

Bei der Gemeinderatswahl am 18. Mai 1919 in Weil der Stadt gab es zwei Frauen unter den insgesamt 36 Bewerbern. Agnes Schwab, Arztwitwe, kandidierte für die Deutsche Demokratische Partei (DDP), Stefanie Lutz, die Löwenwirtin, trat auf der Liste des katholischen Volksvereins an. Der landwirtschaftliche Verein und die
01.04.2019
Mit den Erlassen an die Oberämter und die Ortsvorstände wurde eine groß angelegte Hetzjagd auf den berüchtigten Räuber und Wilderer Johann Josef Rothenbühler von Rohrbach bei Sinsheim in Gang gesetzt, die schon bald erfolgreich beendet wurde, allerdings nicht auf Weil der Städter Boden. Elf Tage nachdem man den Erlass auf dem Weil der Städter Rathaus verlesen hatte, wurde Rothenbühler an der Grenze zu Baden vom Sonnenwirt Berger aus Besenfeld gefangen genommen. Dieser erhielt dafür „in Anerkennung seines mutigen und entschlossenen Verhaltens“ am
6. September 1825 die silberne Verdienstmedaille vom König.
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