Keplerstadt

Stadtarchiv

Archivale des Monats

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03.11.2016
Der Gesamtbestand im Stadtarchiv Weil der Stadt gliedert sich zunächst in die einzelnen Stadtteile, dann weiter in die Teilbestände Urkunden, Bände, Rechnungen, Akten. Die Urkunden, die es nur im Stadtteilbestand Weil der Stadt gibt, alle anderen Ortsteile haben leine Urkunden, zählen zu den ältesten Dokumenten in einem Archiv. In Urkunden wurden Rechtsakte dokumentiert, wofür heute Verträge aufgesetzt werden. Das Stadtarchiv Weil der Stadt besitzt 92 Urkunden aus der reichsstädtischen Zeit zwischen 1360 und 1789.
04.10.2016
Die Archivalien des Kirchenarchivs St. Peter und Paul sind als Depositumbestand seit Juli 2005 im Stadtarchiv Weil der Stadt untergebracht. Der Bestand ist grob geordnet, der größte Teil der Archivalien ist verzeichnet. Eigentümer des Kirchenarchivs ist die Kirchengemeinde, der Bestand wird aber im Stadtarchiv archivarisch erschlossen und betreut, Depositumbestände stehen den interessierten Benutzern des Stadtarchivs zur Verfügung.
Der Kirchenkonvent ist eine württembergische Besonderheit, der 1642 eingeführt wurde, um die Zucht und Ordnung, die im dreißigjährigen Krieg sehr gelitten hatte, wiederherzustellen. Die neuwürttembergischen Gebiete, also auch die Reichsstädte, führten den Kirchenkonvent nach 1803 ein. Das galt auch für die katholischen Gebiete. Der Kirchenkonvent wurde 1891 abgeschafft.
01.09.2016
Im Stadtarchiv Weil der Stadt befinden sich neben dem reichsstädtischen Archiv Weil auch die Ortsteilarchive von Schafhausen, Merklingen, Münklingen und Hausen.
Der Waid-Renovations-Extract Schafhausen aus dem Jahr 1718 beschreibt einen Teil der Grenze zwischen Schafhausen einerseits und Ostelsheim und Weil der Stadt andererseits.
Der Begriff „Waid“ oder „Weid“ wird oft gleichbedeutend mit dem landwirtschaftlich genutzten Gebiet einer Markung außerhalb des Ortsetters verwendet. „Renovation“ einer Grenze bedeutet, dass ein bestehender Grenzverlauf neu aufgenommen und somit ersetzt wird.
01.08.2016
Seit 1802/03 war Weil der Stadt keine Reichsstadt mehr, die unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Vielmehr war sie jetzt unter württembergischer Verwaltung, eine kleine württembergische Amtsstadt, die bis 1808 Sitz eines Oberamtes war. Dies war nicht unbedingt ein Vorteil für die Stadt, denn der von Württemberg eingesetzte Oberamtmann hatte zugleich den Vorsitz für den Stadtrat und kontrollierte diesen.
01.07.2016
Unter König Wilhelm I (1816-1874) erhielt Württemberg 1819 eine neue Verfassung, die dem Grundsatz der Gewaltentrennung von Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung folgte. Die Rechtspflege wurde neu geordnet: auf der lokalen Ebene gab es das Gemeinde-gericht, dem der Schultheiß vorstand. Neben den Aufgaben der freiwilligen Gerichtsbarkeit (Regelung von Vermögensangelegenheiten, Inventuren und Teilungen, Nachlass und Vormundschaftsgeschäfte) wurden vor dem Gemeindegericht Vermögensstreitigkeiten von geringem Wert und Streitfälle, bei denen ein Vergleich möglich war, behandelt.
Für die eigentliche Strafgerichtsbarkeit war seit 1819 das Oberamtsgericht Leonberg mit einem jetzt eigens bestellten Oberamtsrichter zuständig. Der Oberamtsrichter hatte die Aufsicht über die Rechtspflege im Oberamt, er konnte Freiheitsstrafen bis 4 Wochen und Geldstrafen von höchstens 30 Talern verhängen.
02.06.2016
In den vorliegenden Fällen wird der Kirchenkonvent eingeschaltet, weil sich der Aushilfs-lehrer Ströbele von Franziska Schwarz herabgewürdigt sieht, die ihn vor seinen Schülern beschimpft und seine Qualifikation in Zweifel gezogen hat. 9 Jahre später tritt der Kirchen-konvent erneut wegen Franziska Schwarz zusammen, diesmal, weil sie sich von ihrem Ehemann scheiden lassen will. Der Kirchenkonvent bedeutet ihr aber, sie solle sich angesichts ihres fortgeschrittenen Alters in ihr Schicksal fügen, ermahnt aber auch den Ehemann, sein verschwenderisches Betragen aufzugeben.
02.05.2016
Bäckermeister Franz Schöninger wendet sich im Mai 1915 mit seiner Beschwerde wegen Beleidigungen und wegen der Misshandlung seiner Kinder direkt an das Oberamt Leonberg, die dem Stadtschultheißenamt Weil der Stadt übergeordnete Behörde, weil er annimmt, dass die hiesige Stadtverwaltung seiner Beschwerde nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt. Schöninger glaubt, dass sein Kontrahent und Nachbar Bäcker Hermann bevorzugt behandelt wird, weil dieser und Verwaltungsaktuar Hermann Schütz dieselbe Schulklasse besuchten.
Vom Oberamt wird die Streitsache aber umgehend an das Stadtschultheißenamt Weil der Stadt zurückverwiesen, das die Kontrahenten befragt und ihnen Strafen androht, wenn sie ihre Streitereien nicht beenden. Offenbar ließ das Weiler Rathaus in diesem Fall tatsäch-lich den nötigen Eifer vermissen, denn Schöninger sieht sich 2 Wochen später genötigt, die Behandlung seiner Beschwerde beim Oberamt anzumahnen.
01.04.2016
Antonie Albinger (12.6.1908-8.5.1999) war von Beginn an dabei, als 1949 der Hei-matverein Weil der Stadt gegründet wurde. Als langjährige Lehrerin an der Volksschule Weil der Stadt brachte sie Generationen von Schülern die Weiler Heimat und Stadtgeschichte nahe. Antonie Albinger, in Rottenburg a.N. geboren, war Weil der Städterin aus Leidenschaft, sie war Vorstands- und Ehrenmitglied des Heimatvereins Weil der Stadt und betreute von 1971 bis 1986 das Heimatmuseum. Nach ihrem Tod übergaben ihre Erben den Nachlass der Stadt Weil der Stadt als Dauerleihgabe, der im Stadtarchiv unter bestimmten Bedingungen eingesehen werden kann.
01.03.2016
Wenn Soldaten vor den Toren Weil der Stadts auftauchten oder auch nur in der Ge-gend waren, versprach dies für die nahe Zukunft nichts Gutes. Und es war zweitrangig, ob es sich um befreundete kaiserliche Truppen oder um feindliche Heere handelte: In beiden Fällen hatte die Stadt hohe finanzielle Lasten zu tragen, die sie an den Rand des Ruins führte.
01.02.2016
Der frühere Briefträger Josef Haiß hatte in einem Zeitraum von 5 Jahren bei 76 verschiede-nen Personen aus der Stadt und von außerhalb Schulden in Höhe von 788,71 Mark ge-macht, die er nicht mehr bezahlen konnte. Ein kleiner Geldbetrag in Höhe von 23 Mark aus einer Erbschaft, die ausgezahlte Lebensversicherung sowie eine weitere Verpfändung seiner Liegenschaften ergaben einen Gesamtbetrag von 298 Mark, der verteilt werden konnte. In einem aufwendigen Verfahren wurden nun die Gläubiger angeschrieben, ob sie sich mit der Auszahlung von 20% ihrer Forderung begnügen.

Logo der Region Stuttgart Logo der Heckengäu Natur Nah Die ehemalige freie Reichsstadt Weil der Stadt mit den Stadtteilen Merklingen, Schafhausen, Münklingen und
Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!