Keplerstadt

Stadtarchiv

Archivale des Monats

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11.01.2016
Zu den Einnahmequellen Weil der Stadts im 17. und 18. Jahrhundert zählte auch das Um-geld. Das Umgeld (etymologisch von „Ohm“-Geld, „Ohm“ von „Eimer“) wird später zum war eine Art städtischer Steuer, die in jährlichen Rechnungen erhoben wurde. Mit dem Umgeld wurde der Wein besteuert, der in den Wirtshäusern der Stadt konsumiert wurde. Zwei Rechner veranschlagten im Auftrag der Stadt, welchen Betrag die örtlichen Wirte an die Stadtkasse zu bezahlen hatten. Als Umgeld-Rechner wählte man meist Gemeinderäte aus, die für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung von jährlich 3 Gulden erhielten.
01.12.2015
Die Wochenblattausgaben im Dezember 1915 haben einen Umfang von vier Seiten, auch die Weihnachtsausgaben, die früher wegen der Werbung für Weihnachtsgeschenke doppelt so stark waren. Die Menschen im Kriegsjahr 1915 haben anderes im Sinn als Geschenke zu kaufen. Die Sorge gilt den Soldaten im Feld, denen man mit warmer Wäsche eine Freude bereiten könnte oder denen man mit einem „Weihnachtsbäumchen in der Feldpost-Schachtel“ aus dem Sortiment von Julius Raeth ein bisschen Heimeligkeit und weihnachtliche Atmosphäre in die Gefechtsstände oder Schützengräben liefern möchte.
02.11.2015
Am 20.11.1936 stellte der kath. Stadtpfarrer Heinrich Wildt eine Liste der Auswande-rer zusammen, die zwischen 1810 und 1870 (eigentlich: zwischen 1830 und 1852) ausgewandert sind. Wildt gab seine Liste ans hiesige Bürgermeisteramt ab, wo sie mit der Schreibmaschine abgeschrieben und an das Reichsgesundheitsamt in Ber-lin-Dahlem verschickt wurde. Warum man dort diese Unterlagen angefordert hatte, geht aus der Akte nicht hervor.
01.10.2015
Als Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs in Mittel- und Osteuropa wurden im Anschluss an den verlorenen Krieg Millionen deutschstämmiger Bewohner vertrieben. In Weil der Stadt setzte der Zuzug von Flüchtlingen verstärkt in der Zeit ab Februar 1046 ein. Ein größerer Anteil der Vertriebenen kam aus Südmähren. Viele von ihnen waren in einem Durchgangslager in Malmsheim untergebracht, bis sie auf die umliegen-den Gemeinden im Landkreis Böblingen verteilt wurden.
01.09.2015
Um die stockenden Reparationszahlungen durchzusetzen, besetzten am 11. Januar 1923 5 französische Divisionen und 1 belgische Division das Ruhrgebiet. Beamte und Angestellte der deutschen Behörden wurden unter die Befehlsgewalt der interna-tionalen Rheinkommission gestellt, die sich aus den Siegermächten des 1. Welt-kriegs Frankreich, England, Belgien und USA zusammensetzte. Die Reichsregierung und die betroffenen Länderregierungen riefen daraufhin zum passiven Widerstand auf. Betroffen war das gesamte linksrheinische Gebiet, das von den Alliierten besetzt war.
03.08.2015
Bis es zur Aufstellung einer eigenen freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1861 in Weil der Stadt kam, versuchte man Brände einerseits durch Vorschriften zu verhindern, oder, wenn es doch zum Ausbruch eines Feuers gekommen war, dieses durch eine verbesserte Organisation schnell wieder zu löschen.
01.07.2015
Im August 1892 erließ die Stadtverwaltung eine überarbeitete Dienstanweisung für die beiden Polizeidiener. Anlass für die Änderung war ein Gemeinderatsbeschluss vom 29. Juli, der die Polizeidiener vom Nachtwächterdienst nach Mitternacht befreite. Aber auch so hatten die Polizeidiener noch genug zu tun, ihre Arbeitswoche hatte 74 Stunden.
01.06.2015
Am 11. Juni 1689 heiratete Hans David Gall die Maria Jacobe Fritz, die seine dritte Ehefrau war. Im Januar 1689 war er zum zweiten Mal Witwer geworden. Einen Monat vor seiner Hochzeit schloss er mit seiner zukünftigen Frau einen Heiratsvertrag.
Auch Maria Jacob Fritz war zuvor schon verheiratet gewesen, aus dieser Ehe brachte sie 3 Kinder mit. Der Heiratsvertrag regelte nun auch, welchen Anspruch die Kinder aus vorigen Ehen auf das Erbe haben sollten, das es beim künftigen Tod einer der beiden Ehepartner zu verteilen geben würde.
01.05.2015
Im Herbst 1683 kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Stadtrat und der Metzgerzunft in Weil der Stadt um die Akzisen, welche die Metzger an die Stadtkasse bezahlen sollten. Die Akzise war eine indirekte städtische Steuer, in diesem Fall eine Abgabe, welche die Metzger für das Schlachten von Vieh zu entrichten hatten.
Nach dem Willen der Stadtobrigkeit sollten die Metzger eine Fleisch- und Accis-Ordnung akzeptieren, die nach Esslinger Vorbild gestaltet war.
01.04.2015
Von 1272 bis 1802 war Weil der Stadt eine freie Reichsstadt. Dies brachte der Stadt aber nicht nur Vorteile, sondern auch eine Reihe von Pflichten und Aufgaben, die außerordentliche Kosten verursachen konnten. Dazu gehörte auch, Truppenkontingente in Kriegszeiten in der Stadt aufzunehmen und sie zu versorgen. Im Dezember 1797 wurde eine Kompanie des königlich-kaiserlichen Infanterieregiments Erzherzog Ferdinand in der Stadt einquartiert, wogegen sich die Stadt in einem Schreiben an den Generalquartiermeister des schwäbischen Kreises Generalmajor von Mylius mit dem Hinweis zu wehren versuchte, die Stadt sei aufgrund ihrer Armut nicht in der Lage, eine Truppe von 150 Mann zu versorgen. Im Antwortschreiben wurde die Bitte der Stadt um Entbindung von der Quartierverpflichtung aber abgelehnt.

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Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!