Keplerstadt

Stadtarchiv

Archivale des Monats

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01.10.2015
Als Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs in Mittel- und Osteuropa wurden im Anschluss an den verlorenen Krieg Millionen deutschstämmiger Bewohner vertrieben. In Weil der Stadt setzte der Zuzug von Flüchtlingen verstärkt in der Zeit ab Februar 1046 ein. Ein größerer Anteil der Vertriebenen kam aus Südmähren. Viele von ihnen waren in einem Durchgangslager in Malmsheim untergebracht, bis sie auf die umliegen-den Gemeinden im Landkreis Böblingen verteilt wurden.
01.09.2015
Um die stockenden Reparationszahlungen durchzusetzen, besetzten am 11. Januar 1923 5 französische Divisionen und 1 belgische Division das Ruhrgebiet. Beamte und Angestellte der deutschen Behörden wurden unter die Befehlsgewalt der interna-tionalen Rheinkommission gestellt, die sich aus den Siegermächten des 1. Welt-kriegs Frankreich, England, Belgien und USA zusammensetzte. Die Reichsregierung und die betroffenen Länderregierungen riefen daraufhin zum passiven Widerstand auf. Betroffen war das gesamte linksrheinische Gebiet, das von den Alliierten besetzt war.
03.08.2015
Bis es zur Aufstellung einer eigenen freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1861 in Weil der Stadt kam, versuchte man Brände einerseits durch Vorschriften zu verhindern, oder, wenn es doch zum Ausbruch eines Feuers gekommen war, dieses durch eine verbesserte Organisation schnell wieder zu löschen.
01.07.2015
Im August 1892 erließ die Stadtverwaltung eine überarbeitete Dienstanweisung für die beiden Polizeidiener. Anlass für die Änderung war ein Gemeinderatsbeschluss vom 29. Juli, der die Polizeidiener vom Nachtwächterdienst nach Mitternacht befreite. Aber auch so hatten die Polizeidiener noch genug zu tun, ihre Arbeitswoche hatte 74 Stunden.
01.06.2015
Am 11. Juni 1689 heiratete Hans David Gall die Maria Jacobe Fritz, die seine dritte Ehefrau war. Im Januar 1689 war er zum zweiten Mal Witwer geworden. Einen Monat vor seiner Hochzeit schloss er mit seiner zukünftigen Frau einen Heiratsvertrag.
Auch Maria Jacob Fritz war zuvor schon verheiratet gewesen, aus dieser Ehe brachte sie 3 Kinder mit. Der Heiratsvertrag regelte nun auch, welchen Anspruch die Kinder aus vorigen Ehen auf das Erbe haben sollten, das es beim künftigen Tod einer der beiden Ehepartner zu verteilen geben würde.
01.05.2015
Im Herbst 1683 kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Stadtrat und der Metzgerzunft in Weil der Stadt um die Akzisen, welche die Metzger an die Stadtkasse bezahlen sollten. Die Akzise war eine indirekte städtische Steuer, in diesem Fall eine Abgabe, welche die Metzger für das Schlachten von Vieh zu entrichten hatten.
Nach dem Willen der Stadtobrigkeit sollten die Metzger eine Fleisch- und Accis-Ordnung akzeptieren, die nach Esslinger Vorbild gestaltet war.
01.04.2015
Von 1272 bis 1802 war Weil der Stadt eine freie Reichsstadt. Dies brachte der Stadt aber nicht nur Vorteile, sondern auch eine Reihe von Pflichten und Aufgaben, die außerordentliche Kosten verursachen konnten. Dazu gehörte auch, Truppenkontingente in Kriegszeiten in der Stadt aufzunehmen und sie zu versorgen. Im Dezember 1797 wurde eine Kompanie des königlich-kaiserlichen Infanterieregiments Erzherzog Ferdinand in der Stadt einquartiert, wogegen sich die Stadt in einem Schreiben an den Generalquartiermeister des schwäbischen Kreises Generalmajor von Mylius mit dem Hinweis zu wehren versuchte, die Stadt sei aufgrund ihrer Armut nicht in der Lage, eine Truppe von 150 Mann zu versorgen. Im Antwortschreiben wurde die Bitte der Stadt um Entbindung von der Quartierverpflichtung aber abgelehnt.
01.03.2015
Am 19.10.1705 starb Franz Gall und ein Vierteljahr darauf am 20.1.1706 sein Bruder Hans David Gall, der mit großem Erfolg die Gallsche Handelsgesellschaft führte und über 20 Jahre als Bürgermeister an der Spitze der Stadt stand. Sein Bruder Franz Gall war als Zeugmacher weniger erfolgreich und hatte bei seinem Tod 387 Gulden Schulden bei seinem älteren Bruder. Kurz vor seinem Tod im Oktober 1705 rang er dem Bruder das Versprechen ab, dass dieser seiner Familie die Schulden erlasse.
02.02.2015
Hans David Gall (um 1642 - 20.1.1706) und Franz Gall (6.11.1652 - 19.10.1705) wa-ren Söhne des Hans David Gall (ca. 1615 - 30.9.1670), Handelsmann, Konsul und
Bürgermeister in Weil der Stadt. Während Hans David mit großem wirtschaftlichen Erfolg den väterlichen Betrieb, die Gallsche Handelsgesellschaft, weiterführte und über 20 Jahre als Bürgermeister an der Spitze der Stadt stand, war sein Bruder Franz Gall als Zeugmacher weniger erfolgreich, ständig trieben ihn seine Geldsorgen und schließlich hatte er bei seinem Tod im Jahr 1705 Schulden in Höhe von
387 Gulden bei seinem älteren Bruder angehäuft.
01.01.2015
In der Malzrechnung sind die Bier produzierenden Gewerbe, die Bierbrauereien und Branntweinbrennereien genannt. Im Jahr 1707 gab es 8 Wirte in der Stadt, die eige-nes Bier brauten. Die drei größten Bierbrauer waren Sebastian Debler, Wirt des Schwarzen Adlers bzw. seine Witwe, Franz Sartor, Kronenwirt und Konrad Schöninger, Ochsenwirt, die fast 75 % der Weil der Städter Konsumenten mit Bier versorgten. Daneben gab es noch den Schwanenwirt Michael Wolf, seinen Sohn Michael Wolf junior, der Metzger war, den Bierwirt Jacob Kapler, den Wirt vom Weißen Rössle Michael Luz und den Kreuzwirt Jacob Schöninger. Die größeren Brauereien brauten im Schnitt alle 3 Wochen frisches Bier.

Logo der Region Stuttgart Logo der Heckengäu Natur Nah Die ehemalige freie Reichsstadt Weil der Stadt mit den Stadtteilen Merklingen, Schafhausen, Münklingen und
Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!