Keplerstadt

Berühmte Weil der Städter

Heinrich Steinhöwel

  • Geboren 1412 in Weil der Stadt, gestorben 1482 in Ulm
  • Arzt und Schriftsteller
Steinhöwel ist vor allem als Übersetzer berühmt geworden: Gottfried von Viterbos Roman „Apollonius von Tyrus“ (1464 bis 1471), die Griseldis-Novelle in der Petrarca-Fassung. Sein populärstes Werk waren die freien Wiedergaben äsopischer Fabeln.

Sein Interesse für klassische und neuitalienische Literatur wurde in Padua geweckt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er zum bedeutendsten deutsch schreibenden Vertreter des Frühhumanismus.


Johannes Brenz

  • Geboren 1499 in Weil der Stadt, gestorben 1570 in Stuttgart
  • Pfarrer und Reformator
Johannes Brenz Johannes Brenz, der Reformator Württembergs, wurde als Sohn des örtlichen Schultheißen am 24. Juni 1499 in Weil der Stadt geboren.

Brenz studierte bereits als 15-jähriger an der Universität Heidelberg. 1518, nach einer Begegnung mit Martin Luther, schloss er sich der Reformation an. Ab 1550 wirkte er bei der Neuordnung der württembergischen Kirche durch Herzog Christoph mit, 1559 entwarf er die "Große Kirchenordnung" für Württemberg. Wesentliche Punkte dieser Kirchenordnung sind bis heute gültig.


Johannes Kepler

  • Geboren 1571 in Weil der Stadt, gestorben 1630 in Regensburg
  • Mathematiker und Astronom
Johannes Kepler Der große Mathematiker und Astronom Johannes Kepler, der am 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt das Licht der Welt erblickte, gilt heute als einer der Begründer der modernen Naturwissenschaften.

Kepler, dessen wichtigste Wirkungsstätten Graz, Prag und Linz waren, stand im Dienst der Habsburger und Wallensteins. Seine herausragende astronomische Leistung ist die Entdeckung der Gesetze der Planetenbewegung, die seinen Namen tragen.

Für den berühmtesten Sohn der Stadt wurde auf dem Marktplatz das Keplerdenkmal erstellt und das Keplermuseum in seinem Geburtshaus eingerichtet.


Josef Anton Gall

  • Geboren 1748 in Weil der Stadt, gestorben 1807 in Linz/Österreich
  • Theologe und Pädagoge, Bischof von Linz
Josef Anton Gall stammte aus einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien Weil der Stadts. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rottenburg und Augsburg studierte der vielseitig Begabte in Heidelberg zunächst Philosophie und Theologie, später auch noch Jura, entschied sich dann jedoch nicht für eine Verwaltungslaufbahn, sondern für die Theologie und wurde 1772 zum Priester geweiht.

Josef Anton Gall 1773 unternahm Gall eine Studienreise nach Wien, um die Vorträge des Abts von Sagan Johann Ignaz von Felbinger über die Normalschulmethode zu hören und seine Pädagogik im Sinne der Aufklärung kennen zu lernen.

Galls Interesse für Erziehung und Unterrichtung traf sich im josefinischen Kaiserreich mit den staatlichen Anstrengungen, die Volksbildung zu verbessern. Kaiserin Maria Theresia wurde auf ihn aufmerksam und Gall machte schnell Karriere. 1778 wurde er zum Hofkaplan ernannt und 1780 wurde ihm die Aufsicht über die Schulen Niederösterreichs übertragen. In den folgenden Jahren führte Gall eine Reihe von Reformen durch mit dem Ziel, die Lehrerausbildung und die Schulbücher zu verbessern.

Galls Aufstieg war damit noch nicht beendet. 1787 ernannte ihn Kaiser Joseph II. zum Domherrn und „Domscholaster“ in Wien. Ein Jahr später übertrug ihm Joseph die Leitung der jungen Diözese Linz. Josef Anton Gall war damit im 18. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum der erste Bischof bürgerlicher Abstammung. Durch seinen schlichten Lebensstil, durch seine Bescheidenheit und durch seine Wohltätigkeit erwarb sich Gall schnell die Sympathie und Zuneigung der Menschen in seiner Diözese.
 
Galls Verdienste als Bischof lagen im Ausbau und in der Konsolidierung der bei seinem Amtsantritt erst 5 Jahre alten Diözese. Er regelte die Dotation (Zuwendung, Ausstattung) des Amtsinhabers, förderte den Katechismusunterricht in Schule und Kirche und führte eine neue Gottesdienstordnung ein, die der Predigt und der deutschen Sprache größere Bedeutung zumaß.

Als aufgeklärter Theologe wehrte er sich ganz energisch gegen abergläubische Praktiken in seiner Diözese. Gall, der auch Urheber einer Stiftung für die Schule in Weil der Stadt war, setzte das Priesterseminar in Linz als Universalerbe seines großen Vermögens ein.

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