Keplerstadt

Meer Münklingen

Liegt Weil der Stadt denn am Meer?

Vor Millionen Jahren lag unser heutiges Weil der Stadt auf dem Globus in etwa auf der Höhe der heutigen Sahara mit all den bekannten Klimaerscheinungen.
Der damals bestehende Superkontinent Pangäa war umgeben von dem riesigen Weltmeer Tethys. Er bekam etwa vor 240 Millionen Jahren „Löcher“ und aus heutiger Sicht drang aus Nordosten Meerwasser in das Landesinnere. Der Buntsandstein wurde geflutet und mit Wasser überdeckt. Wenn man so will: Weil der Stadt wäre, sofern es damals schon bestanden hätte, zusammen mit seinen Teilorten überschwemmt worden.

Warum findet man bei uns versteinerte Muscheln?

diverse Muscheln Mit dem Wasser kamen auch die Meeresbewohner, um den neuen Lebensraum zu erobern. Als Besonderheit erhob sich einige Kilometer westlich von Münklingen eine beträchtliche und langgezogene Landmasse. Diese konnte vom Meer nicht überschritten werden. Wir hatten somit im Westen eine Art ufernahe Zone. Grundsätzlich handelte es sich am Anfang der Meeresbildung bei uns um ein Flachmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von etwa 100 m. Diese Muschelkalkzeit wird als Unterer Muschelkalk bezeichnet.

Welche geologische Schichten finden wir bei uns ?

Weil der Stadt und seine Teilorte befinden sich mit seinen Gesteinsschichten in der Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) des Erdmittelalters. Der Trias beginnt mit ihrer ältesten Schicht im Buntsandstein, der leicht an seiner roten Färbung zu erkennen ist. Er tritt auf in Form von Sand, Platten und Felsen. Wenn man z.B. in Hausen im Frühjahr oder Herbst die gepflügten Äcker betrachtet, hebt sich das Rot deutlich von den jüngeren und darüber folgenden Muschelkalk-Böden ab. Diese treten in den Farben gelb (Grenzgelbkalk), grau (Unterer Muschelkalk), braun (Mittlerer Muschelkalk und bläulich grau (Oberer Muschelkalk) auf. Der Keuper spielt auf der Markung Weil der Stadt nur eine untergeordnete Rolle, denn es gibt nur wenige Flächen, z.B. Richtung Ihinger Hof.

Die reinen Böden des Buntsandsteines sind nährstoffarm und wenig ertragreich. In der Zeit der Entstehung vor rund 250 bis 240 Millionen Jahren handelte es sich um Wüstensand, ähnlich den Wüsten, die wir heute kennen.

Weitere Funde in Weil der Stadt

Haifischzahn Seepferdchen

Das komplette Interview mit Arthur Schaller, einem Hobby-Geologen aus Münklingen, können Sie sich hier als PDF herunterladen, außerdem Betrachtungen, warum Münklingen schon vor Millionen Jahren an der Grenze lag - ebenfalls als PDF.

Wirbelknochen eines Sauriers Durch einen kürzlich getätigten Fund eines entsprechenden Wirbelknochens mit Dornfortsatz hat sich jetzt bestätigt:
in Weil der Stadt lebten Saurier!

Zwar wurden im Gebiet unterhalb der Kuppelzen bereits vor ein paar Jahren ein Zahnabdruck (Negativabdruck) und ein Knochenfragment vom rechten Oberschenkel eines mutmaßlichen Nothosaurus gefunden, aber dies war nur als hohe Wahrscheinlichkeit zu werten, dass hier tatsächlich Saurier vorkamen. Der ergänzende Wirbelfund verdichtet diese Wahrscheinlichkeit bis zur Sicherheit. Bei dem Wirbeldurchmesser von rund 2,5 cm ist davon auszugehen, dass es sich um ein Jungtier gehandelt haben muss. Aber gerade Jungtiere halten sich meist dort auf, wo sich ihre Eltern auch aufhalten.

Die "Weiler Muschel", ein leckeres Baiser-Gebäck, das den Funden nachempfunden ist, erhalten Sie bei der Konditorei Renz in Weil der Stadt.


Logo der Region Stuttgart Logo der Heckengäu Natur Nah Die ehemalige freie Reichsstadt Weil der Stadt mit den Stadtteilen Merklingen, Schafhausen, Münklingen und
Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!