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Das Knotenbeet im Innenhof des Augustinerklosters


Ursprünglich stammt die Idee des Knotenbeets aus Italien und war dort zur Zeit der Renaissance im 15. Jahrhundert sehr verbreitet. In Deutschland waren es im 16. Jahrhundert die Handelsherren, die auf ihren Reisen die schönen Gärten entdeckten und ihrerseits ihre Gärten prächtig ausstatteten.
Die Bewunderung formaler Gartenkunst war so groß, dass man sich gegenseitig an Ideenreichtum übertraf. Man liebte Kieswege, beschnittene Hecken, Parterres, Knotenbeete, Formbäumchen, die Ausstattung mit Skulpturen und die Verwendung von Wasser. Durch die strengen geometrischen Formen wie Kreise, Rhomben, Quadrate aus immergrünen Pflanzen war gewährleistet, dass die Gärten auch im Winter und bei Betrachtung aus den oberen Stockwerken der Häuser gut aussahen.
Knotenbeete sind Muster aus fortlaufenden ineinander verschlungene Pflanzenbänder , die zu einem symmetrischen Ornament zusammengefügt sind, Bänder ohne Anfang und Ende und sollen so die Ewigkeit darstellen.
 
Knotenbeet Im süddeutschen Raum ist das Knotenbeet in Weil der Stadt eine Rarität.
Im Innenhof des Augustinerklosters bestehen die Bänder aus grünem und goldfarbenem Zwergbuchs und umschlingen eine Raute aus blaugrünem Gamander. Immergrüne Pflanzen verändern sich kaum und stellen auf diese Weise die ewige Lebenskraft der Seele dar oder sind auch ein Symbol der wahren Liebe. Nicht selten kann man dort Hochzeitspaare beim Fototermin antreffen.
An den Stellen, wo sich die Bänder kreuzen, werden sie sorgfältig geschnitten, dass sie unter- und übereinander zu laufen scheinen. Die Zwischenräume sind mit Kies ausgelegt. Das daran anschließende Rechteck aus niederen Buchshecken bezeichnet den Platz wo früher die Kirche des Klosters stand.
 
Sibylle Mannsperger-Jirikovsky hatte vor fast 20 Jahren die Idee zum Knotenbeet und damals der Stadt und der Kirche Ihren genau ausgearbeiteten Entwurf vorgetragen. Zusammen mit dem zuständigen Stadtgärtner Wolfgang Gabert-Wentsch ging es nach Klärung aller Voraussetzungen an die Realisierung des klösterlichen Innenhofes mit den Elementen die bis heute bestand haben: das Knotenbeet im vorderen Teil und geeignete Rosensorten und Zierbäumchen im hinteren Teil. Bis heute wird der schöne Innenhof von den Stadtgärtnern im Sinne der Ideengeberin gepflegt. Das jährliche, fachgerechte Schneiden der Buchsbaumbänder hat das Ehepaar Mannsperger-Jirikovsky jedoch selbst, ehrenamtlich über all die Jahre übernommen . Hiervon ziehen sie sich jetzt verdient zurück und überlassen die weitere Betreuung der seltenen Pflanzenbändern dem Team um Fachbereichsleiter Gabert-Wentsch. Wie schön zu sehen,  dass es auch zukünftig mit dem "verbandeln" der Akteure zu klappen scheint.
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Redakteur / Urheber
Sibylle Mannsperger-Jirikovsky und Stadtverwaltung Weil der Stadt

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