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Fruchtkasten in Merklingen ist zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut worden


Interessierte Gespräche im Fruchtkasten Merklingen Das Interesse war riesengroß: Am Freitagnachmittag gaben sich die Besucher im Merklinger Fruchtkasten die Klinke in die Hand. Einer nach dem anderen stieg die Stufen der steilen Treppe nach oben, um zu sehen, wie das Innere des historischen Gebäudes nach dessen Sanierung und Umbau zu einer Flüchtlingsunterkunft aussieht. Und natürlich wollten sie wissen, wie die Neuankömmlinge untergebracht werden.
 
Unterkunft im Fruchtkasten Merklingen Die Stadtverwaltung und der Arbeitskreis Asyl hatten gemeinsam zu einem Tag der offenen Tür im Fruchtkasten eingeladen. Eine Gelegenheit, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Die Räume und Gänge im Fruchtkasten sind hell und freundlich, die Zimmer großzügig geschnitten. Insgesamt sind auf zwei Stockwerken zwölf Zimmer für mehrere Einzelpersonen und vier Wohnungen für Familien entstanden.
 
Mit neugierigem Blick gingen die Besucher von Raum zu Raum. Da wurde über die nötigen Wasserabflüsse gefachsimpelt, dort über die Ausstattung der Gemeinschaftsküchen. Aber am häufigsten sah man ein zufriedenes Nicken. „Es ist wirklich sehr schön geworden“ und „Ich denke, hier kann man gut leben“, war in den Fluren häufig zu hören.
 
Bauarbeiten Bei Fragen standen Bürgermeister Thilo Schreiber, die Erste Beigeordnete Susanne Widmaier, Ordnungsamtsleiter Thomas Besser und Roland Bauer, der Leiter Technische Dienste, Rede und Antwort. Sie waren bei den Planungen von Anfang an beteiligt und kennen alle Details. „Eigentlich waren am Fruchtkasten nur ein paar Auffrischungsarbeiten geplant“, berichtete Roland Bauer. Die Untersuchungen im Januar 2015 am Gebäude förderten allerdings aufgeweichte Böden und durchgefaulte Balken zu Tage. Ein neues Konzept musste her, das sowohl den Anforderungen an die künftige Nutzung als auch dem Denkmalschutz gerecht werden musste. Im August ging es schließlich an die Bauarbeiten.
 
Jetzt, acht Monate später, ist der Fruchtkasten bezugsfertig. „Je nachdem, wie viele Personen unterzubringen und wie die Raumreserven sind, bringen wir zwischen 45 und 70 Flüchtlinge hier unter“, so Thomas Besser. Die ersten ziehen Ende April oder Anfang Mai ein, schätzt er. Ursprünglich war als Termin bereits der Februar anvisiert. Weil in Weil der Stadt die bisherigen Unterbringungs-Kapazitäten aber noch nicht erschöpft sind, blieb noch Zeit.
 
Küche im Fruchtkasten Merklingen Über die nötige Ruhe in der Bauphase sind alle Beteiligten bei der Stadtverwaltung froh. Eile führe schnell zu Fehlern. „Wir fangen hier nicht an zu murksen“, sagte Roland Bauer. „Der Fruchtkasten soll uns ja noch lange erhalten bleiben.“ Deshalb wurde äußerst sorgfältig geplant, über Möglichkeiten und Notwendigkeiten nachgedacht. So muss beispielsweise in den Gemeinschaftsbädern, in den abschließbaren Duschkabinen alle 30 Sekunden das Wasser neu angestellt werden. So kann es nicht versehentlich über Nacht laufen. Eine automatische Belüftungsanlage verhindert Schimmelbildung. Die Herde in den Gemeinschaftsküchen schalten sich nach drei Minuten automatisch ab, wenn der Bewegungsmelder keine Personen mehr registriert und auch das Licht in den Fluren reagiert auf Bewegung.
 
Was mit dem Fruchtkasten passiert, sollte man im Laufe der Zeit keine Flüchtlingsunterkünfte mehr benötigen, ist in die Planungen mit eingeflossen. Die Wohnungen könne man an sozial schwächere Menschen vermieten, so Thomas Besser, und auch aus den jetzigen Einzelzimmern könne man mit wenigen Mitteln günstige Wohneinheiten machen. Die nötigen Leitungen für Wasser und Abwasser sind so gelegt, dass das möglich ist.

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Redakteur / Urheber
Pressebüro Schiel

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