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Neues Buch: „Weil der Stadt und seine Ortschaften“


Buchvorstellung Ortssippenchronik „Ich weiß, da steckt wahnsinnig viel Arbeit drin“, sagte Bürgermeister Thilo Schreiber, als er im Sitzungssaal des Rathauses die von der Stadt herausgegebene Publikation „Weil der Stadt und seine Ortschaften“ in kleiner Runde öffentlich vorstellte. Vor allem der in Weil der Stadt lebende Günther Bradler hat diese viele Arbeit in den vergangenen Jahren geleistet – gemeinsam mit der örtlichen Druckerei Scharpf und unterstützt vom Heimatverein sowie dem Stadtarchivar Lothar Sigloch. Fotografin Karin Drexler hat bei der Bebilderung mitgewirkt.

Mit mehrjähriger Unterbrechung hat der frühere Landtagsarchivar Bradler seit dem Jahr 2000 zahlreiche Texte veröffentlicht, in denen die ehemalige Reichsstadt und die heute zu ihr gehörenden Ortsteile zwischen 1850 und 1978 beschrieben werden. Dabei griff der heute 71-Jährige auf Texte der klassischen Oberamtsbeschreibungen des Königreichs und nachmaligen Freien Volksstaats Württemberg, auf Ortsartikel des Nachschlagewerks „Das Königreich Württemberg“ von 1904 sowie auf Passagen der baden-württembergischen Landesbeschreibungen aus den 1970er-Jahren zurück. „Ich bin also nicht der Autor dieser Texte“, so Bradler. Er habe diese nur zusammengetragen und überarbeitet, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Idee zu dieser Publikation war bereits Mitte der 70er-Jahre von Bradler geboren worden. Bei der Zusammenlegung der Dorfarchive von Schafhausen, Hausen, Merklingen und Münklingen mit dem Archiv der Stadt Weil der Stadt im Zuge der Gemeindegebietsreform fiel Bradler auf, dass es keine Publikation gab, in der es Beschreibungen aller zur Keplerstadt gehörenden Orte gibt. Aus einfachem Grund: die im Zuge der Reform zu einer Stadt zusammengeschlossenen Orte gehörten zuvor zu verschiedenen Verwaltungsgebieten, sprich Landkreisen.

Gemeinsam mit dem 2006 verstorbenen Erwin Scharpf machte sich Günther Bradler im Jahr 2000 an die Arbeit, vorhandene Texte zu sichten, zu überarbeiten und zusammenzuführen. Angesichts der Tatsache, dass sich die an dem Projekt Beteiligten früh darüber im Klaren waren, dass die Publikation kein Megaseller würde und von daher kein großer Absatz zu erwarten war, „wurde immer nur dann viel daran gearbeitet, wenn bei uns gerade nicht viel Geschäft war“, so Frank Scharpf, der das ursprüngliche Engagement seines Vaters in den vergangenen Jahren fortgesetzt hat. Bis zum Jahr 2004 wurden so laut Scharpf nach und nach die ersten Texte erfasst und bearbeitet, bevor die Erstellung der Publikation 2004 dann ins Stocken geriet.

„Erst in den Jahren 2012, 2013 kam Herr Bradler wieder auf uns zu und fragte an, ob die bereits erstellten Texte noch irgendwo gespeichert seien“, erinnert sich Frank Scharpf. Bei der Suche war ihm das Glück hold. Das gesamte Material ruhte auf einer Festplatte, die unberührt in einer Ecke stand. Ab 2014 wurde dann wieder intensiv an dem Buch gearbeitet.

Das nun vorgestellte Ergebnis kann sich sehen lassen. Auf 440 Seiten finden sich Texte, Bilder und Quellenangaben zu den fünf Orten und ihrer Geschichte, sowie zu berühmten Persönlichkeiten, die in Weil und den Teilorten gelebt und gewirkt haben. Auf die spannende Geschichte der ehemaligen Reichsstadt ging Bradler anhand einiger Ausführungen zu historisch bedeutenden Ereignissen ein. Das gesamte Material, das Bradler für die Publikation zusammengetragen hat, hat er dem Stadtarchiv übergeben.

300 Exemplare des gebundenen Buches wurden als Erstauflage hergestellt. Für 25 Euro wird es künftig in der Stadt- & Tourist-Info, bei der Druckerei Scharpf, bei Musik & Buch, bei Zeller und im Kepler-Antiquariat erhältlich sein.

Und Bürgermeister Thilo Schreiber ist sicher, dass es „ein wichtiges Werk für unsere Stadt ist – denn wer macht sich sonst schon die Mühe, alles zusammenzutragen“, so Schreiber, der das neue Buch bedeutend für „unsere Stadtgeschichte“ hält. Dankbar ist Schreiber auch, dass sich der Weil der Städter Heimatverein mit einem Druckkostenzuschuss an dem Projekt beteiligt hat.
 
Bildunterschrift: Frank Scharpf, Fotgrafin Karin Drexler, der ehemalige Archivar des baden-württembergischen Landtags und Projektinitiator Günther Bradler, Bürgermeister Thilo Schreiber
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Redakteur / Urheber
Text/Foto: Ralf Recklies
recklies@presseschiel.de

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Hausen liegt ca. 30 km westlich von Stuttgart im idyllischen Heckengäu und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!