Stadtleben

Jugendliche verschiedener ethnischer Gruppen auf einem Schulhof

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Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft „Blannental“
Info-Veranstaltung stieß auf enormes Interesse


Seit vergangener Woche ist sie fertig und bezugsbereit:
Die Flüchtlingsunterkunft „Blannental“ in Merklingen. Am Donnerstag hatte die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich bei einem Tag der offenen Tür über das Heim und alles, was damit zusammenhängt, zu informieren.
Außen  Container-Gebäude  

Mitarbeiter des Landratsamts, der Heimleiter Harald Kukla und der Sozial-arbeiter Kokoutse Nyavo sowie Weil der Stadts Erste Beigeordnete Susanne Widmaier standen für Fragen zur Verfügung. „Wir wissen, dass es in der Bevölkerung Ängste und Ressentiments gibt“ sagt Susanne Widmaier „Wir wollen die Menschen in Weil der Stadt so umfassend wie nur möglich informieren. Dieser Tag der offenen Tür ist mir sehr wichtig.“
 
Das Interesse war enorm. Bei den Führungen durchs Haus musste immer wieder improvisiert werden, weil Führungen gleichzeitig stattfanden mussten. Gerade die Führungen boten den Besuchern eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen, die ihnen auf den Nägeln brannten. Und es war natürlich auch die Gelegenheit für die Verantwortlichen aufzuzeigen, was die neuen Bewohner hier erwartet und wie sich das Leben in der Flüchtlingsunterkunft abspielen wird. Viele Dinge, die man bisher nur vom Hörensagen kannte, waren nun aus erster Hand zu erfahren.
 
Wer kommt in der Flüchtlingsunterkunft unter?
Es sind Menschen, die bisher in Notunterkünften des Landratsamts, insbesondere in Turnhallen, untergebracht waren. Es werden überwiegend Familien sein, aber auch einige alleinstehende Männer. Zunächst werden etwa 35 Flüchtlinge einziehen. Nach und nach folgen weitere Bewohner, bis die Höchstbelegung von 70 Personen erreicht ist.

Flur
Was erwartet die Neuankömmlinge? Die Zimmer in der Unterkunft sind mit zwei bis sechs Betten ausgestattet. Pro Familie steht ein Wohn-/Schlafraum zur Verfügung. Es gibt darüber hinaus zwei Gemeinschaftsräume, die auch für verschiedene Aktionen, beispielsweise Deutschkurse, genutzt werden. Hinzu kommen ein Raum mit fünf Waschmaschinen sowie eine  Gemeinschaftsküche.
 
 -Zimmer-   Küche
 
Die Bewohner sind Selbstversorger. Sie kaufen selbst ein, kochen selbst und sind für die Sauberkeit ihres Wohnraums verantwortlich.
Damit das funktioniert, erhält jeder Bewohner eine Erstausstattung: Tasse, Teller, Besteck, Kochtopf, Pfanne und Bettzeug. Alles darüber hinaus und auch Ersatz muss selbst angeschafft werden. Für die Reinigung der gemein-schaftlich genutzten Räume wird es einen Putzplan geben, der die Bewohner reihum verpflichtet. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es hier eine ,Goldrandversorgung‘ gibt“, sagte Susanne Widmaier.
Das Asylbewerberheim ist für die Bewohner eine Durchgangsstation. Sie leben hier so lange, bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Anerkannte Asylbewerber ziehen in eine Anschlussunterbringung um. Im Schnitt dauert der Aufenthalt im Heim acht bis neun Monate.
 
Von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr sind ein Heimleiter und ein Sozialarbeiter anwesend. Außerhalb dieser Zeiten und an den Wochenenden wird das Gebäude von einer Sicherheitsfirma beaufsichtigt. Die Sicherheitsfirma ist auch bereits in den Unterkünften in der Hindenburg- und Josef-Beyerle-Straße erfolgreich tätig.

Über diese offizielle Betreuung hinaus wird sich auch im Blannental der Arbeitskreis Asyl mit seinen ehrenamtlichen Helfern engagieren. Es wird auch hier zusätzliche Angebote für Deutschunterricht und Freizeitaktivitäten geben.

Auch wenn das Angebot in den Unterkünften für die Asylbewerber bescheiden ist, es kostet Geld. Diese Kosten werden vom Land bzw. Landratsamt getragen. Durch die Heime entstehen der Stadt Weil der Stadt keine Kosten.
 
Marianne Maier vom Arbeitskreis Asyl, der sich auch in dieser Flüchtlingsunterkunft engagieren wird, freut sich sehr über weitere Unterstützung. Wer helfen möchte, kann sich gerne beim AK melden:
E-Mail:        info@ak-asyl-wds.de
Homepage:  www.ak-asyl-wds.de 

 

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