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Kläranlage Weil der Stadt wird für ca. 3,9 Mio Euro erweitert und saniert


Dem Gemeinderat wurde in seiner Sitzung am 27. Oktober 2014 das langfristige Betriebskonzept für die Kläranlage Weil der Stadt vorgestellt. Bereits damals war ein Ausbau der Kläranlage geplant, um die Voraussetzungen für die erforderliche Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis zum 1. Januar 2018 zu erhalten.
 
Im Jahr 2014 wurde davon ausgegangen, dass der Neubau zweier Belebungsbecken, der Bau einer zusätzlichen Förderschnecke im Zwischenhebewerk und verschiedene weitere Arbeiten erforderlich, aber auch ausreichend sind. Im Zuge der Detailplanungen zeigte sich jedoch sehr schnell, dass auch das Volumen des Nachklärbeckens nicht ausreichend ist um die zukünftigen hydraulischen Anforderungen der Kläranlage erfüllen zu können. Daher musste eine Überplanung der gesamten Anlage ab dem Zwischenhebewerk vorgenommen werden.

Die wesentlichen Maßnahmen in Kürze:
Im Zwischenhebewerk ist der Einbau einer dritten Förderschnecke erforderlich, um die anfallenden Abwassermengen in allen Betriebszuständen zuverlässig in die nachgelagerten Anlagenteile führen zu können.
 
Bei der Belebung werden zwei neue Becken im Volumen von jeweils 800 m³ errichtet. Gleichzeitig muss ein altes Becken mit einem Volumen von 625 m³ außer Betrieb genommen werden. Zusammen mit dem weiter zu betreibenden Becken steigt das Volumen der Belebung durch den Ausbau von 1.498 m³ auf 2.473 m³.
 
Der Ausbau der Belebung zieht umfangreiche Arbeiten an den Belüftungsanlagen nach sich. Diese werden aus dem UG des alten Betriebsgebäudes in einen ebenerdigen Anbau des alten Betriebsgebäudes verlagert. Dieser Anbau ist ebenfalls neu zu errichten und beherbergt künftig auch die elektronische Ausrüstung (Schalt-, Steuer- und Messtechnik), welche ebenfalls komplett erneuert wird.
 
Bei der Nachklärung ist eine Verdoppelung des Beckenvolumens auf 2.550 m³ erforderlich. Dies wird durch den Neubau eines Nachklärbeckens erreicht; das bestehende Becken wird weiter betrieben. Weitere Maßnahmen wie Abflussmessung, Probenentnahmestation usw. vervollständigen die Arbeiten.
 
Sämtliche Maßnahmen sind im laufenden Betrieb abzuwickeln. Dies führt unweigerlich zu einer Steigerung der Baukosten. Ein weiterer Kostenfaktor ist der schwierige Baugrund. Es ist davon auszugehen, dass sämtlicher Aushub deponiert werden muss und Material von außen zur Bodenverbesserung benötigt wird. Der hohe Grundwasserspiegel macht zudem eine Grundwasserabsenkung während der Bauarbeiten notwendig. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich daraus, dass das Betriebsgelände der Kläranlage unmittelbar neben dem im Zweiten Weltkrieg mehrfach bombardierten Eisenbahnviadukt liegt und nach der vorgenommenen Erkundung des Kampfmittelbeseitigungsdiensts Blindgänger nicht ausgeschlossen werden können. Infolgedessen müssen bei sämtlichen Erdarbeiten besondere Vorkehrungen getroffen werden.
 
Der Gemeinderat hat am 23. Oktober 2015 hinsichtlich der umfangreich anstehenden Maßnahmen und Kosten die Kläranlage besichtigt.
 
Alle Maßnahmen sind mit dem Wasserwirtschaftsamt im Landratsamt Böblingen abgestimmt; sie wurden dem Regierungspräsidium Stuttgart im Zuge der Förderantragstellung eingehend vorgestellt und auch von dort aus anerkannt. Der Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung im Frühjahr 2018 vor. Somit kann die Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zum 1. Januar 2018 auf Grundlage der Erweiterungsplanung beantragt werden.
 
In der Summe beläuft sich die Kostenberechnung des Ingenieurbüros Kuhnle vom 9. September 2015 auf Bruttobaukosten in Höhe von 3.850.000,- €.
 
Auf Grundlage der Entwurfsplanung hat die Stadtverwaltung am 27. September 2015 einen Förderantrag beim Regierungspräsidium Stuttgart auf Gewährung einer Zuwendung nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft (FrWw) gestellt. Mit Datum vom 17. August 2016 wurde hierauf eine Landeszuwendung in Höhe von 1.598.100,- € festgesetzt. Da bei den Landeszuschüssen nach FrWw die Baunebenkosten nur gekürzt anerkannt werden, kann hier im Ergebnis von einer vollen Bewilligung gesprochen werden.
 
Die noch fehlenden Haushaltsmittel müssen in den Jahren 2017 und 2018 bereitgestellt werden. Bislang wurden 1.200.000,- € finanziert, die über Haushaltsreste verfügbar sind.
 
Der Gemeinderat fasste nun in seiner öffentlichen Sitzung am 25. Oktober 2016 den offiziellen Baubeschluss. Die ersten Arbeiten werden nun ausgeschrieben.
   
    Erweiterung der Kläranlage WdS
 
Bildunterschrift: Sind für die Kläranlagenerweiterung verantwortlich:
Kämmerer Ulrich Knoblauch, Ingenieur Frank Kuhnle, Bürgermeister Thilo Schreiber, Leiter der Kläranlage Volker Weber (von links)

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