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Barrierefreiheit und neue Räume im historischen Bau


Rollstuhlfahrer oder Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, können das Merklinger Rathaus ab Ende 2017 ohne Probleme besuchen. Das Erdgeschoss des Gebäudes wird ausgebaut und barrierefrei zugänglich gemacht. Die Arbeiten haben Anfang der Woche begonnen.
 
„Das Erdgeschoss war früher einmal eine offene Markthalle, als das Haus 1601 erbaut wurde“, berichtet Herbert Heiser vom Stadtbauamt. „In diesen Zustand soll es wieder zurückversetzt werden, nur, dass die Außenmauern natürlich bleiben.“ Die beiden großen, massiven Tore zur Straße hin werden durch Fenster ersetzt.
 
Nach Abschluss der Arbeiten bekommen das Standesamt, das Friedhofsamt und das Ordnungsamt im Rathaus ihr neues Domizil. Somit schlägt die Stadt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen wird das Platzproblem in den oberen Etagen gelöst, zum anderen das Thema Barrierefreiheit – einschließlich einer behindertenfreundlichen Toilette – endlich in Angriff genommen und nicht zuletzt wird der Brandschutz im Rathaus deutlich verbessert.
 
Die Planungen sehen zwei Zugänge zum ausgebauten Erdgeschoss vor. Auf der Gebäuderückseite, an der Mauer in Richtung der Kirchenburg, entsteht ein ebenerdiger barrierefreier Eingang. „Dort legen wir auch Behindertenparkplätze an. Und der Strahler, der das Rathaus im Dunkeln beleuchtet, kommt auch wieder an seinen angestammten Platz“, so Herbert Heiser. Der Vordereingang mit den Stufen bleibt dort, wo er ist. Wer das Rathaus kennt, weiß, dass dahinter sofort die recht steile Treppe in die oberen Geschosse beginnt. „Die wird erneuert und um etwa einen Meter nach hinten versetzt. Dann können die Bürger links an ihr nach hinten vorbeigehen.“
 
Rathausumbau in Merklingen Derzeit sieht es recht wild aus im Erdgeschoss. Das Gebälk liegt frei, die Decke wurde entfernt, vereinzelt auch später durch die Feuerwehr eingebaute Wände abgebrochen. „Jetzt muss der Statiker nochmal alles begutachten. Wir wussten ja nicht genau, in welchem Zustand sich die Holzkonstruktion befindet.“ Sicher ist allerdings: „Nichts von der historischen Substanz wird rausgenommen, sie wird nur ertüchtigt.“. Schließlich steht das Merklinger Rathaus unter Denkmalschutz. Damit man später auch noch möglichst viel von den jahrhundertealten Balken und Säulen sehen kann, werden die Büros nur mit Glasteilern voneinander getrennt sein.
 
Die Erste Beigeordnete Susanne Widmaier, deren Hauptsitz das Merklinger Rathaus ist, ist froh, dass es nun endlich losgeht mit den Umbauarbeiten. Die Verwaltung, speziell die Mitarbeiter im Bauamt, befassen sich bereits seit 2013 mit den Planungen. Im Sommer 2015 gab der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben. „Ich denke, Fertigstellung ist bis November 2017“, so Heiser.
 
Und noch etwas dürfte die Einwohner freuen: Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird bei großen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt die Toilette für die Besucher geöffnet.
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Redakteur / Urheber
Christine Strienz, Pressebüro Schiel

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