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Altenhilfefachberatung und Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen informieren: Wichtige Änderungen für Pflegebedürftige und Angehörige (Teil 3)


Die Altenhilfefachberatung und der Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen informieren in einer vierteiligen Artikelserie über die wichtigsten Veränderungen, die durch das neue Pflegestärkungsgesetz zum 01.01.2017 wirksam werden.
Für Fragen zu dem neuen Pflegegesetz haben der Pflegestützpunkt Böblingen und die Altenhilfefachberatung des Landkreises am 3. Januar 2017 von 10 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 07031/663-1088 eine Hotline eingerichtet.
 
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ab 2017 führt dazu, dass die Zahl der Menschen steigt, die Anspruch auf Leistungen der Pflegekassen haben. Unter anderem können jetzt auch Menschen mit einer geistigen oder seelischen Einschränkung einen Antrag stellen. Mit dem Pflegegrad 1 werden Menschen erreicht, die bisher noch keine oder wenig Unterstützung erhalten haben. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen mit Demenz.
In Zukunft haben also alle Betroffenen den gleichen Zugang zu Leistungen aus der Pflegeversicherung. Folgendes ändert sich mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz: Alle Pflegebedürftige erhalten zukünftig den „Entlastungsbetrag“ in Höhe von 125 Euro pro Monat. Dieser kann beispielsweise für hauswirtschaftliche Hilfen, Betreuungsgruppen oder andere Entlastungsangebote eingesetzt werden. Er kann aber auch in der „Kurzzeitpflege“ genutzt oder dafür angespart werden.
Die Leistungen bei Pflegegrad 1 und 2 werden dazu beitragen, das häusliche Umfeld der Betroffenen zu stärken. Der Verbleib in den „eigenen vier Wänden“ soll dadurch so lange es geht ermöglicht werden. In den Pflegegraden 2 bis 5 werden die Leistungen ebenfalls erweitert. Ist beispielsweise eine Pflegeperson verhindert, kann ab 2017 ein Teil der Leistungen aus der Kurzzeitpflege für die „Verhinderungspflege“ eingesetzt werden.
 
Die Leistungen bei vollstationärer Pflege im Pflegeheim werden gänzlich neu gestaltet: künftig wird es einen „einrichtungseinheitlichen Eigenanteil“ unabhängig vom Pflegegrad geben. Dieser Eigenanteil steigt nicht mehr weiter an, wenn jemand später in einen höheren Pflegegrad eingestuft wird. Pflegebedürftige, die bereits im Pflegeheim sind, werden bei der automatischen Umstellung von der bisherigen Pflegestufe in den künftigen Pflegegrad nicht schlechter gestellt. Sie erhalten gegebenenfalls einen Zuschlag von der Pflegeversicherung.
 
Weitere positive Änderungen gibt es bei den sogenannten „Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen“. Hier können Personen ab Pflegegrad 1 bis zu 4.000 Euro erhalten, um ihre Wohnung auf ihre Bedürfnisse anzupassen. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen, können diese gemeinsam bis zu 16.000 € erhalten. Auch sogenannte „Pflegewohngemeinschaften“ erfahren eine stärkere Unterstützung. Schon ab Pflegegrad 1 bekommen Personen in ambulant betreuten Wohngruppen zusätzliche Leistungen durch den Wohngruppenzuschlag von 214 Euro/Monat. Schon bei der Gründung einer ambulanten Wohngemeinschaft können für die altersgerechte oder barrierefreie Umgestaltung der Wohnung einmalig bis zu 2.500 Euro pro Versichertem mit Pflegegrad beantragt werden (max. 10.000 Euro je Wohngruppe).
 
Weitere Informationen können beim Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen, den örtlichen iav-Stellen und der zuständigen Pflegekasse erfragt werden. Bei der Altenhilfefachberatung im Landratsamt Böblingen, Telefon 07031-6631729, ist außerdem der Wegweiser für ältere Menschen und deren Angehörige erhältlich. Darin finden sich unter anderem hilfreiche Adressen und Unterstützungsangebote. Der Wegweiser steht auch auf der Homepage des Landratsamtes Böblingen www.landkreis-boeblingen.de zum Download bereit. Details zum Pflegestärkungsgesetz bietet die Broschüre „Alle Leistungen zum Nachschlagen“ des Gesundheitsministeriums, im Internet einzusehen unter www.wir-stärken-die-pflege.de.
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Redakteur / Urheber
Landratsamt Böblingen

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