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Altenhilfefachberatung und Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen informieren: Wichtige Änderungen für Pflegebedürftige und Angehörige (Teil 4)
Selbstständigkeit als Maß der Pflegebedürftigkeit – Vereinbarkeit von Pflege und Beruf


Die Pflege eines Angehörigen oder die Organisation der Pflege stellt oft eine besondere Herausforderung dar, die Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Häufig ist es schwierig, in dieser Situation Familie, Pflege und Beruf in Einklang zu bringen. Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) und dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff soll die Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen insgesamt deutlich früher beginnen.
 
Die bessere finanzielle Unterstützung erleichtert es den Betroffenen zum Beispiel, die vielfältigen ambulanten Hilfe- und Pflegeangebote in größerem Umfang zu nutzen. Pflegende Angehörige können so schon früher als bisher Entlastung erfahren und ihre Berufstätigkeit leichter aufrechterhalten.
 
Berufstätigen wird es möglich gemacht, durch Pflegezeit, Pflegeunterstützungsgeld bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung oder Freistellungen nach dem Familienpflegezeitgesetz den Beruf und die Pflege unter einen Hut zu bringen. Muss beispielsweise unerwartet die Pflege eines Angehörigen organisiert werden, kann sich die Pflegeperson bis zu zehn Tage vom Arbeitgeber freistellen lassen. Die Arbeitgeber können in Absprache mit den Betroffenen auch individuelle Lösungen gestalten.
 
Die Pflegeversicherung wird künftig für deutlich mehr pflegende Angehörige Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge entrichten als bisher. Dazu gehören teilzeitbeschäftigte pflegende Angehörige, die an zwei Tagen pro Woche für mindestens zehn Stunden einen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 versorgen. Die Teilzeitbeschäftigung darf nicht mehr als 30 Wochenstunden betragen.
 
Auch die Beratung für Pflegebedürftige und Angehörige wird gestärkt. Wer Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nimmt, hat automatisch Anspruch auf einen Pflegeberatungstermin. Pflegende Angehörige haben durch das Pflegestärkungsgesetz II erstmals einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung. Zudem bilden zahlreiche Leistungen und Unterstützungsangebote wie Pflegekurse für Angehörige, Urlaubsvertretung über Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und Tagespflege weitere hilfreiche Möglichkeiten für Pflegepersonen.
 
Weitere Informationen können beim Pflegestützpunkt Landkreis Böblingen, den örtlichen iav-Stellen und der zuständigen Pflegekasse erfragt werden. Bei der Altenhilfefachberatung im Landratsamt Böblingen, Telefon 07031-6631729, ist außerdem der Wegweiser für ältere Menschen und deren Angehörige erhältlich. Darin finden sich unter anderem hilfreiche Adressen und Unterstützungsangebote. Der Wegweiser steht auch auf der Homepage des Landratsamtes Böblingen www.landkreis-boeblingen.de zum Download bereit. Details zum Pflegestärkungsgesetz bietet die Broschüre „Alle Leistungen zum Nachschlagen“ des Gesundheitsministeriums, im Internet einzusehen unter www.wir-stärken-die-pflege.de.
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Redakteur / Urheber
Landratsamt Böblingen

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