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Baugenehmigung für Wohnprojekt auf dem Linde-Areal ist erteilt


Linde-Areal„Das ist für uns ein Meilenstein“, sagte der Atrio-Vorsitzende Bernhard Siegle bei einem Gespräch vor Ort. „Endlich können wir voll loslegen.“ Die Vorplanungen seien recht schwierig gewesen, weil die Gebäude zum Teil denkmalgeschützt sind. Dazu kamen noch wechselnde Sachbearbeiter im Denkmalamt und so gingen zwei Jahre ins Land, bis das Gutachten auf dem Tisch lag.
 
„Wir sind auch dankbar, dass es endlich losgeht“, so Bürgermeister Thilo Schreiber. „Das war schon ein langer Weg.“ Bereits 2007 hatte Atrio Leonberg in Weil der Stadt angeklopft, mit dem Wunsch, in der Keplerstadt ein Wohnprojekt auf die Beine zu stellen. In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Leonberg arbeiten einige Männer und Frauen, die aus Weil der Stadt kommen und gerne in ihrer Heimatstadt ein eigenständiges Leben führen möchten – mit eigenen vier Wänden. „Das wird jetzt für sie möglich“, freut sich Bernhard Siegle. Rund 4,2 Millionen Euro nimmt Atrio Leonberg dafür in die Hand. Die Zuschüsse könnten etwa bei 730.000 Euro liegen.
 
Von der ersten Kontaktaufnahme an sollten allerdings noch acht Jahre vergehen, bis ein geeignetes – vor allem zentral gelegenes – Gelände gefunden war. Glücklicherweise konnte die Stadt das Linde-Areal 2010 im Zuge des Landessanierungsprogramms kaufen. 2015 bekam Atrio Leonberg schließlich den Zuschlag für das Grundstück. „Es hat mehrere Bewerber gegeben, die es haben wollten“, erinnert sich Schreiber. „Aber der Gemeinderat war von dem inklusiven Wohn-Konzept mit Vorbildcharakter absolut überzeugt.“
 
Linde-Areal - neuer PlanAtrio Leonberg hat bereits konkrete Pläne, was nun auf dem Linde-Areal passieren soll. Es entsteht ein Gesamtprojekt mit unterschiedlichen Nutzungen. Das Gebäude an der Hermann-Schnaufer-Straße wird abgerissen und neu aufgebaut. Dort entstehen elf stationäre Wohnplätze, inklusive eines Kurzzeitplatzes. Im denkmalgeschützten Bestandsgebäude an der Stuttgarter Straße werden zehn Einzelappartements für Menschen mit Behinderung im sogenannten Betreuten Wohnen angelegt. Im Erdgeschoss wird es ein Ladengeschäft mit etwa 100 Quadratmetern Fläche geben und im Nebengebäude im Erdgeschoss einen Bürgertreffpunkt. Darüber sind noch vier barrierefreie Mietwohnungen geplant. Eine runde Sache, wie Thilo Schreiber anmerkte. „Und städtebaulich eine absolute Aufwertung für dieses Quartier.“
 
Ein ähnliches Projekt hat der Verein Atrio bereits in Leonberg umgesetzt. Erfahrung ist also bereits vorhanden. In Sachen Planungen hat Atrio sich ein erfahrenes Architekten-Team aus Stuttgart mit ins Boot geholt. „Man muss sich bei solch einem Vorhaben schon gut auskennen mit allen Anforderungen an die Barrierefreiheit“, erklärt Siegle.
 
Linde-Areal RückseiteIm Frühsommer soll es auf dem Linde-Areal mit den Bauarbeiten losgehen. Etwa zwei Jahre wird es dauern, bis die Gebäude bezugsfertig sind. Schon jetzt werden die künftigen Bewohner – 30 an der Zahl – auf ihr neues, selbständigeres Leben vorbereitet. Dafür ist Atrio Leonberg auf der Suche nach einer sozialpädagogischen Fachkraft, die das Projekt von Beginn an begleitet. Zu ihren oder seinen Aufgaben wird gehören, die Interessenten zu beraten und zu informieren, Wohntrainings zu begleiten, Kontakte zu Kirchengemeinden, Vereinen und Organisationen zu knüpfen.
 
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Redakteur / Urheber
Christine Strienz, Pressebüro Schiel

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