Stadtleben

Aktuelles

"Häugern-Nord", Weil der Stadt


Aufstellung des Bebauungsplans
„Häugern-Nord“
Gemarkung Weil der Stadt
 
Der Gemeinderat der Stadt Weil der Stadt hat am 22.01.2019 in öffentlicher Sitzung aufgrund von § 2 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen für den Bereich „Häugern-Nord“ einen Bebauungsplan sowie örtliche Bauvorschriften gemäß § 74 Landesbauordnung (LBO) aufzustellen und eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 1 BauGB durchzuführen.
 
Geltungsbereich
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst die Flurstücke 1156, 1157, 1158, 1159, 1160, 1161/1, 1161/2, 1161/3, 1162/1, 1162/2, 1162/3, 1162/4, 1162/5, 1163, 1164, 1165, 1166, 1167, 1168, 1169, 1170, 1171/1, 1233 teilweise, 1237, 1238, 1239, 1240, 1241, 1242, 1244, 1245, 1246/1, 1246/2, 1247, 1248, 3858, 3859, 3862, 3864, 3865/1, 3865/2, 3865/3, 3866, 3866/1, 3867, 3867/1, 3886, 3941, 3943/1, 3944, 3945, 3946, 3947, 3948, 3949, 3950, 3951, 3952, 3953, 3954/2, 3955/2, 3956/7 teilweise und 3957/14 mit einer Fläche von ca. 10,5 ha.
 
Er ergibt sich aus folgendem Kartenausschnitt:
BP Häugern-Nord - Geltungsbereich
Maßgebend ist der Geltungsbereich vom 09.01.2019
 
Ziele und Zwecke der Planung (gekürzt):
Um den Bedarf an Wohnraum zu decken, hat die Stadt Weil der Stadt entschieden, die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Wohnbaufläche umzusetzen. Hierfür wurde im Jahre 2017 ein Wettbewerb ausgelobt.
Anforderungen an den städtebaulichen Entwurf waren die bauliche Gesamtentwicklung mit Wohnbebauung, einem Anteil an gewerblich genutzten Flächen, eine Lebensmittelnahversorgung, einem Standort für eine Kindertagesstätte, sowie Gestaltung von privaten und öffentlichen Frei- und Verkehrsflächen.
Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf verschiedene Bautypologien bzw. Wohnformen gelegt.
Zur Umsetzung der städtebaulichen Planung ist die Aufstellung eines Bebauungsplans mit örtlichen Bauvorschriften notwendig.
 
Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
Der Vorentwurf des Bebauungsplans wird mit textlichen Festsetzungen und Begründung sowie dem Vorentwurf der örtlichen Bauvorschriften (alle in der Fassung vom 09.01.2019) sowie dem Grünordnungsplan in der Fassung vom 22.10.2018 in der Zeit vom
22.02.2019 bis 05.04.2019 (je einschließlich)
 
im Rathaus Merklingen / Technisches Rathaus, Stadtbauamt 2. Obergeschoss, Kirchplatz 2, 71263 Weil der Stadt, während folgender
Öffnungszeiten
Montag und Dienstag             8.00 Uhr bis 12.00 Uhr,
Mittwoch und Freitag             9.00 Uhr bis 12.00 Uhr sowie
Donnerstag                            8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 16.00 bis 18.30 Uhr,
ausgenommen Feiertage, öffentlich ausgelegt.
 
Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind derzeit verfügbar:
-       Klimauntersuchung - Entwurf vom 11.11.2016
Die wesentlichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Untersuchung können wie
folgt zusammengefasst werden:
Die Bedeutung der derzeitigen Freifläche als Kaltluftproduzent ist für die Umgebung als gering anzusehen, da die Kaltluftversorgung von Weil der Stadt mit Kaltluftabflüssen von den höher gelegenen Frei- und Waldflächen (vor allem im Süden der Stadt) erfolgt.
Insgesamt sind die Planungen in Zusammenhang mit der Kaltluft im Würmtal als kleinräumige Strukturen zu sehen, die keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf die Kaltluftsituation der Umgebung haben.
Die geplanten Gebäude im B-Plan-Gebiet werden aufgrund der moderaten Höhe keinen großen Einfluss auf das Windfeld und die Durchlüftungswirkung in der Umgebung haben. Nach den oben aufgeführten Erkenntnissen ist nicht zu erwarten, dass es durch die
Realisierung des B-Plan-Verfahrens „Häugern“ zu negativen Auswirkungen auf die
lokalen Kaltluftströmungen kommen wird. Unter Berücksichtigung der allenfalls klein-
räumigen und insgesamt gering zu bewertenden mikroklimatischen Änderungen ist
nicht mit schädlichen Umwelteinwirkungen zu rechnen.
 
-       Faunistische Bestandserfassung - Bericht Oktober 2016
Im Sommerhalbjahr 2015 und 2016 wurden faunistische Untersuchungen zum Vorkommen von Vögeln, Fledermäusen und Reptilien (Zauneidechse) und Altholzkäfern durchgeführt, um die bau-, anlage- und betriebsbedingten Eingriffe ermitteln zu können.
Insgesamt wurden 46 besonders geschützte Vogelarten festgestellt, fünf Arten sind darüber hinaus streng geschützt, davon vier Brutvogelarten im Gebiet (Grünspecht, Mäusebussard, Turmfalke und Wendehals) sowie der Rotmilan als Nahrungsgast, der darüber hinaus - wie der Neuntöter, der im Gebiet brütet - nach der Vogelschutzrichtlinie als Anhang 1-Art ausgewiesen ist. Der Wendehals ist darüber hinaus nach Artikel 4 der Vogelschutzrichtlinie geschützt.
36 Arten des Gesamtbestands wurden als Brutvögel bestimmt, weitere sieben Arten brüten in angrenzenden Lebensräumen bzw. weiter entfernt und/oder wurden als Nahrungsgäste beobachtet und zwei Arten kamen als Durchzügler, eine Art kam zudem als Wintergast vor.
Zwölf Vogelarten sind in der neuen Roten Liste Baden-Württemberg verzeichnet, davon sieben Brutvogelarten auf der Vorwarnliste (Feldsperling, Gartenrotschwanz, Goldammer, Haussperling, Klappergrasmücke, Kleinspecht, Turmfalke), zwei als gefährdete Arten (Feldlerche als Brutvogel außerhalb und Fitis als durchziehende Art) und drei Brutvogelarten wurden als stark gefährdet eingestuft (Wendehals und Kuckuck sowie Waldlaubsänger, in der Umgebung brütend).
An Fledermäusen konnten insgesamt acht streng geschützte und nach Anhang IV der FFH-Richtlinie sowie in der Roten Liste verzeichnete Arten unterschieden werden, vor allem die Zwergfledermaus als weitaus häufigste Art. Alle anderen Arten traten seltener oder nur vereinzelt auf: Breitflügelfledermaus, Großes Mausohr, Kleine Bartfledermaus, Kleiner Abendsegler, Großer Abendsegler, Rauhautfledermaus und Mückenfledermaus. Von einem Vorkommen des sehr schwer feststellbaren Braunen Langohrs ist ebenfalls auszugehen.
Für das Plangebiet liegen keine Hinweise auf Wochenstubenquartiere vor. Geeignete Höhlen oder Spaltenbäume sind im Untersuchungsraum jedoch durchaus vorhanden und eine Nutzung durch Einzeltiere ist anzunehmen.
Die nach BNatSchG und nach Anhang 4 der FFH-Richtlinie streng geschützte Zauneidechse (Art der Vorwarnliste) konnte in den zwei Untersuchungsjahren nicht festgestellt werden, obwohl stellenweise geeignete potenzielle Habitate vorhanden sind und Hinweise auf ein vereinzeltes und/oder ehemaliges Vorkommen vorliegen. Das Untersuchungsgebiet ist vor allem wegen der ungünstigen Beschattungsverhältnisse durch die Nordexposition, die teilweise Waldrandlage und die intensiv genutzten Ackerflächen für diese Reptilienart überwiegend ungeeignet.
Das Gebiet hat eine hervorragende Bedeutung als Wander- und Überwinterungsgebiet bzw. partieller Lebensraum für Amphibien, vor allem für die Erdkröte, aber auch für Grasfrosch und für Molcharten. In das bis zu 1000 m entfernte Laichgebiet im Würmtal (Naturschutz- und FFH-Gebiet Ried) finden auf breiter Front durch die Streuobstwiesen zwischen Merklingen und Weil der Stadt Wanderungen von bis zu 2000 Tieren über die L1180 statt, die seit nahezu 30 Jahren durch alljährliche Amphibienschutzmaßnahmen zwischen Mitte Februar und Ende April betreut werden.
Durch die vorgesehenen Siedlungserweiterungen werden etwa zwei Drittel des Wanderkorridors im Bereich der Streuobstwiesen zwischen den Ortsteilen vernichtet, so dass erhebliche Probleme bei der Amphibienwanderung zu erwarten sind und umfangreiche Schutzmaßnahmen erforderlich werden.
Bei der Beprobung der Bäume auf Habitatstrukturen und auf holzbewohnende Käferarten konnten der streng geschützte Goldkäfer sowie einige besonders geschützte Arten der Vorwarnliste nachgewiesen und ein Potenzial für den Hirschkäfer (national besonders geschützte Art des FFH Anhang II) festgestellt werden.
 
-       Eignungsprüfung potenzieller Ausgleichsflächen für Wendehals und Neuntöter - Vorabzug Oktober 2018
Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens für das Baugebiet Häugern Nord wurde eine Eignungsprüfung potenzieller Ausgleichsflächen für Wendehals und Neuntöter auf vorgegebenen Auswahlflurstücken auf Basis einer Luftbildauswertung und von Geländebegehungen durchgeführt.
 
-       Einzelhandelskonzept für die Stadt Weil der Stadt vom 14.06.2018
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die geplante Verlagerung eines Lebensmitteldiscounters in das Plangebiet und die geplante Erweiterung des Marktes das Konzentrations-, das Integrations- und das Kongruenzgebot sowie das Beeinträchtigungsverbot einhält.
Im Falle des neuen Standortes des Discounters an der Merklinger Straße liegt formal eine Einzelhandelsagglomeration vor. Daher ist das Vorhaben wie ein Einzelhandelsgroßprojekt zu betrachten, was durch die geplante Verkaufsfläche von ca. 1.200 m² ohnehin der Fall ist. Daraufhin waren das Kongruenzgebot und das Beeinträchtigungsverbot für die Agglomeration insgesamt zu prüfen. Auch hinsichtlich dieser Betrachtung werden das Kongruenzgebot und das Beeinträchtigungsverbot eingehalten.
 
-       Hydrogeologisches Gutachten Stand 06.07.2018
Durch die Bebauung der 10,6 ha großen Planfläche „Häugern-Nord“ würde im Einzugsgebiet der Riedquellen eine Freifläche von etwa 7,5 ha und damit ca. 24 % der Grundwasserneubildung entzogen. Dementsprechend reduziert sich die abflussfähige Grundwassermenge bzw. die Quellschüttung ebenfalls um ca. 24 %. Damit hat das Bauvorhaben „Hägern-Nord“ einen deutlichen Einfluss auf das Grundwasserdargebot und die Schüttung der Quellen.
Der Gutachter kam auf Grundlage der rechnerischen Absenkung des Seespiegels zu dem Schluss, dass sich durch die Bebauung von „Häugern-Nord“ das Wasserdargebot für das Ried in einem Maße verringern würde, welches bei Durchführung von Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen das Ried und den Riedsee in ihrer Existenz noch nicht gefährden würde.
 
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, während der Auslegungsfrist sich auf unserer Homepage zu informieren.
 
Jedermann kann den Bebauungsplanvorentwurf und den Vorentwurf der örtlichen Bauvorschriften einsehen und über ihren Inhalt Auskunft verlangen.
 
Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen schriftlich oder mündlich zur Niederschrift abgegeben werden. Gemäß § 3 Abs. 2 BauGB wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben können.
 
Da das Ergebnis der Behandlung der Stellungnahmen mitgeteilt wird, ist die Angabe der Anschrift des Verfassers zweckmäßig. Es wird darauf hingewiesen, dass zur Bearbeitung der Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern personenbezogene Daten wie Vor- und Familienname sowie die Anschrift dauerhaft gespeichert werden.
 
Zum Beschluss über die Abwägung werden die vorgebrachten Stellungnahmen dem Gemeinderat zur Entscheidungsfindung anonymisiert vorgelegt. Der Öffentlichkeit werden die vorgebrachten Stellungnahmen ebenfalls anonymisiert vorgelegt.

 
Weil der Stadt, den 11.02.2019
Thilo Schreiber
Bürgermeister

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Redakteur / Urheber

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