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Informationen zu magnetisch-induktiven Wasserzählern


Bereits im Frühjahr 2018 hat der Gemeinderat über die Umstellung der Hauswasserzähler des Eigenbetriebs Städtisches Wasserwerk auf magnetisch-induktive Zähler mit Funkablesung beraten und die Stadtverwaltung beauftragt, für den Austausch eine Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung zur Einführung des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts (NKHR), wurden jedoch alle Personalkapazitäten hierauf konzentriert und das Projekt „Austausch der Hauswasserzähler“ zurückgestellt. Nach der erfolgreichen Umstellung auf das NKHR wurde nun der Austausch der Wasserzähler ausgeschrieben.

Die elektronischen Wasserzähler sind kostengünstiger und genauer

Ein Austausch der Wasserzähler erfolgt in der Regel alle sechs Jahre. Anders als bisher sollen jedoch keine mechanischen Wasserzähler mehr eingebaut werden – die Stadtverwaltung setzt auf eine neue und innovative Lösung. Denn die neuen Wasseruhren sollen den Verbrauch elektronisch übermitteln. Das bedeutet, dass künftig keine Wasser-Ableser mehr in die Häuser gehen müssen, um den Wasserstand abzulesen. Vielmehr werden die Wasseruhren durch die Mitarbeiter einmal pro Jahr „von der Straße aus“ abgelesen. Hierfür werden die Daten (Zählernummer und –stand) verschlüsselt per Funk an entsprechende Auslesegeräte gesendet. Die vereinfachte Ablesung ist nicht der einzige Vorteil der neuen Wasserzähler. Die digitale Lösung spart Personal und ist dadurch kostengünstiger. Außerdem kann die Eichfrist der neuen Wasserzähler durch mehrere Stichproben verlängert werden, sodass diese im besten Fall nur noch alle 12 bis 15 Jahren ausgetauscht werden müssen. Schließlich sind die neuen Wasserzähler im Vergleich zu den mechanischen Zählern genauer und haben keinerlei Nachlauf.

Keine Gesundheitsgefahr durch Funkstrahlen

Nach der Veröffentlichung des Gemeinderatsbeschlusses im Frühjahr 2018 erreichten die Stadtverwaltung einige Bedenken bezüglich der Funkbelastung. Unter Funk wird die drahtlose Übertragung von Informationen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen (Signal) verstanden. Genutzt wird die Übertragung per Funk beispielsweise von Radio- und TV-Sendern, Mobilfunkstationen, W-LAN oder Schnurlostelefonen. Bei hoher Intensität können hochfrequente elektromagnetische Wellen auf Lebewesen eine schädigende Wirkung ausüben. Allerdings sind hierfür die Sendeleistung, der Abstand zur Funkquelle sowie die Funkdauer maßgeblich. So kommt beispielsweise der Funk eines Wasserzählers in einem Meter Entfernung nur noch auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Sendeleistung.

Da die Wasserzähler in der Regel deutlich weiter als ein Meter von Personen entfernt sind und die elektromagnetischen Felder zusätzlich durch Wände und Stahlbetondecken abgedämpft werden, ist die Einwirkungsdosis für den Menschen sehr gering.

Deutlich wird die geringe Strahlungsbelastung beim Vergleich mit einem Handy: Die abgegebene Dosis elektromagnetischer Strahlung beträgt bei einem 1-minütigen Handytelefonat (mittlere Sendeleistung 1.000 Milliwatt) das 3.750.000-fache eines Wasserzählers (Sendeleistung 2,6 Milliwatt, Sendedauer 0,0016 Sekunden alle 15 Sekunden), von dem sich eine Person einen Meter entfernt eine Minute lang aufhält. Das heißt um die gleiche Dosis eines 1-minütigen Handytelefonats zu erreichen, müsste der elektronische Wasserzähler 7,2 Jahre funken und ein Mensch die gesamte Zeit (das heißt 24 Stunden am Tag) neben dem Zähler stehen. Hinzu kommt, dass die Wasserzähler nicht im Dauerbetrieb, sondern vergleichsweise kurz und selten senden (bei einem Intervall von 15 Sekunden wird etwa 0,0016 Sekunden mit einer geringen Leistung von maximal 25 mW und einer Frequenz von 868 MHz gesendet). Denn über den gesamten Tag verteilt kommt der Wasserzähler auf eine Sendedauer von insgesamt 9,2 Sekunden. Das bedeutet, dass 99,99 Prozent des Tages nicht gesendet wird. Auch bestätigen alle einschlägigen Fachbehörden, dass bei einer solchen Sendeleistung keine Gesundheitsgefahr gegeben ist.

Vergleich der Sendeleistung eines Handys mit einem Wasserzähler 1

Vergleich der Sendeleistung eines Handys mit einem Wasserzähler 2

Datensicherheit der Wasserzähler

Die Datenprotokolle der Wasserzähler entsprechen den Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das bedeutet, dass keine personenbezogenen Daten, wie beispielsweise der Standort (Adresse) des Wasserzählers, gesendet werden. Verschlüsselt übermittelt werden lediglich die Zählernummer sowie der Zählerstand, wobei jeder Wasserzähler einen individuellen Schlüssel erhält. Entschlüsselt werden können die Daten nur vom Wasserversorger, das heißt von der Stadtverwaltung.

Austausch der Zähler für 2022 geplant

Der Austausch der insgesamt ca. 6.000 Wasserzähler ist für den Zeitraum von März bis Oktober 2022 geplant. Die Bürgerinnen und Bürger sind gemäß § 21 Wasserversorgungssatzung zum Tausch der Wasserzähler verpflichtet. Auch wenn die Ablesung künftig nur noch per Datenabruf von der Straße aus erfolgt, werden die Bürgerinnen und Bürger über die geplanten Ablesezeiträume weiterhin informiert.

Die Umstellung auf die neuen Wasserzähler hat keine Auswirkungen auf die Zähler-Grundgebühr. Jedoch plant die Verwaltung, unabhängig vom Einbau der neuen Wasserzähler, die Zähler-Grundgebühr sowie den Wasserzins zu erhöhen. Dies sei aufgrund der Kalkulationen der letzten Jahre sowie auf den Gemeinderatsbeschluss von 2014 zurückzuführen, wonach der steuerrechtlich erforderliche Mindest-Jahresgewinn erreicht werden soll.

Ansprechpartner für weitere Fragen

Bei Fragen zum Austausch der Wasserzähler steht Herr Himmelseher, Steueramt, telefonisch unter 07033 521-118 oder per E-Mail an himmelseher@weil-der-stadt.de zur Verfügung.

Telefonsprechstunde zur Umstellung der Hauswasserzähler auf magnetisch-induktive Zähler im Oktober

  • montags: 08:00 bis 09:30 Uhr
  • dienstags: 17:00 bis 18:30 Uhr
  • donnerstags: 17:00 bis 18:30 Uhr
  • freitags: 08:00 bis 09:30 Uhr

Informationsborschüre der Firma Sensus zu den Wasserzählern

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Weil der Stadt

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