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Neugestaltung des Brühlparks


Lange dauert es nicht mehr, bis die Bewohner des Bürgerheims in das neu gebaute Seniorenzentrum Brühlwiesen ziehen werden. In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat die Gestaltung des Brühlparks zwischen dem Seniorenzentrum und der Würm behandelt.

Die Planungen für den Brühlpark haben bereits im Jahr 2017 begonnen und wurden im Verlauf immer wieder an die sich fortschreibenden Gebäude- und Außenanlagenplanungen des Seniorenzentrums, die Fortentwicklung der Planungen zum naturnahen Ausbau der Würm sowie weitere städtische Planungsüberlegungen (z.B. Wohnmobilstellplätze) angepasst. Da das gemeinsam von der Keppler-Stiftung und der GSW errichtete Seniorenzentrum teilweise im Überschwemmungsgebiet von Würm und Talackerbach liegt, sind ökologische Ersatzmaßnahmen sowie ein Retentionsausgleich erforderlich. Dies soll teilweise durch die Neugestaltung des Brühlparks erfolgen.

„Der Brühlpark schafft in der Nähe zur Altstadt eine hohe Aufenthaltsqualität, gleichzeitig können aus ökologischer Sicht dringend nötige Verbesserungen umgesetzt werden“, lobte Bürgermeister Christian Walter das Projekt. In der Gemeinderatssitzung erläuterte Erster Beigeordneter Jürgen Katz den aktuellen Planungsstand. Um das Verfahren zu vereinfachen, wurde es in die Abschnitte Parkneubau (Bauabschnitt 1) und Naturnaher Gewässerumbau (Bauabschnitt 2) unterteilt. Von Anfang an sei es das Ziel der Stadt gewesen, den Stadtraum in dieser besonderen Lage in einen Bürgerpark für alle Generationen als ‚Generationenpark‘ umzugestalten und Würm und Talackerbach zu renaturieren, so der Erste Beigeordnete. Um den verschiedenen Generationen gerecht zu werden, soll der Brühlwiesenpark in drei Abschnitte gegliedert werden, die jeweils spezifische Nutzungen vorsehen:

Im nördlichen Abschnitt werden die vorhandenen Fitnessgeräte und die Boule-Anlage zu einem Outdoorfitnessbereich aufgewertet. Auch Sitzplätze und schattenspendende Bäume werden ergänzt und Fahrradbügel aufgestellt. Im Übergang zum Seniorenzentrum wird ein Rasenparterre mit Ziergarten sowie Sitzplätzen und Spazierwegen angelegt. Die tiefer gelegte zentrale Wiesenfläche dient als Liegewiese und Retentionsraum. Um den Eingriff des Neubaus auszugleichen, wird das Parkgelände hier bis zu 0,8m abgetragen (zzgl. Bodenabtrag für Erdarbeiten bis zu ca. 0,5m).

Der mittlere Abschnitt nimmt mit einer großen Baum- und Blühwiese die alten Weidenbäume in seine Mitte. Durch Neupflanzungen soll ein lichter Baumhain entstehen. Die Blumenwiese liefert zudem einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität.

Der südliche Abschnitt greift das Thema Freizeit- und Jugendtreff auf. Über einen sichelförmigen Hügel wird die eher intensiv genutzte Spielwiese zum Seniorenwohnheim abgeschirmt und als eigenständiger Raum wahrgenommen. Hier befinden sich Angebote wie Tischtennis, Tischkicker sowie ein Boulderblock auf einem Spielhügel. In den Hang gebaute Sitzkanten sowie Holzblöcke bieten zusätzliche Aufenthalts- und Ruhezonen. Auch hier werden Fahrradbügel aufgestellt.

Zur Verbesserung der Nutzung als Fuß- und Radweg wird der Brühlweg auf 3,8m verbreitert werden. Ein 3,0m breiter Asphaltweg bildet die Haupterschließung durch den Park und kann als Pflegezufahrt genutzt werden. Entlang der Zufahrt zum Parkplatz am Seniorenzentrum entstehen öffentliche Stellplätze in Senkrechtaufstellung unter einer Baumreihe. Ein Teil der Flächen wurde bereits zur Errichtung von sechs Wohnmobilstellplätzen genutzt.

Die Kosten für die Neugestaltung des Brühlparks belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Frühsommer nächstes Jahr geplant. „Ein Großteil der Kosten entsteht durch die aufwändigen Erdarbeiten. Zur Schaffung der gesetzlich verpflichteten Ausgleichsmaßnahmen und Retentionsflächen müssen wir viel Erde abtragen“, erläuterte der Erste Beigeordnete in der Sitzung. Im Vergleich zur letzten im Gemeinderat vorgestellten Kostenschätzung im Juni 2020 seien die Kosten um rund 140.000 Euro gestiegen, insbesondere wegen der vom Landratsamt geforderten Durchführung einer ökologischen und bodenkundlichen Baubegleitung (rd. 15.000 €) und der jetzt komplett dargestellten Baunebenkosten.

Die Mitglieder des Gemeinderates begrüßten das Projekt, äußerten jedoch auch zu gewissen Punkten Bedenken. Die in der Sitzung vorgelegte Planung, die aktualisierte Kostenberechnung sowie die Ausschreibung der Arbeiten wurde daher mehrheitlich bei sechs Enthaltungen mit der Maßgabe beschlossen, das Beleuchtungskonzept zu überprüfen, das Optimierungspotenzial hinsichtlich zukünftigem Pflegebedarf sowie etwaigen Konfliktpotenzialen zu überprüfen sowie den im Plan eingezeichneten Weg in Würmnähe zu streichen.

Den Plan für den Bauabschnitt 1 können Sie hier als PDF abrufen.

Weitere Pläne sowie die Sitzungsvorlage können Sie in unserem Ratsinformationssystem einsehen.

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Weil der Stadt

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