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Umstrukturierung der Sozialstation


In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einmütig der von der Stadtverwaltung vorgestellten Umstrukturierung der Sozialstation Weil der Stadt gGmbH zugestimmt.

Die frühere städtische Sozialstation der Stadt Weil der Stadt wurde zusammen mit den bestehenden kirchlichen Krankenpflegeeinrichtungen zum 01.01.2008 in eine selbstständige gemeinnützige Gesellschaft überführt. Als Marktführerin bei der Erbringung von ambulanten Leistungen der Kranken-, Alten-, Haus- und Familienpflege im Stadtgebiet hat die Sozialstation gGmbH in der Zeit ihres Bestehens gute Arbeit geleistet und in aller Regel positive wirtschaftliche Ergebnisse erzielt. Der städtische Haushalt ist seit dieser Zeit von Verlusten aus dem Bereich der städtischen Sozialstation entlastet. Seit der Überführung in die gGmbH hält die Stadt ein Drittel der Gesellschaftsanteile. Die katholische Kirchengemeinde und die evangelischen Kirchengemeinden halten zusammen ein weiteres Drittel. Das letzte Drittel steht im Eigentum der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung, die ferner auch das Seniorenzentrum Bürgerheim in Weil der Stadt sowie das Seniorenzentrum Haus Michael in Merklingen betreibt.

Nicht nur in Weil der Stadt, sondern bundesweit unterliegt der gesamte Bereich der ambulanten Pflege und Versorgung einem anhaltenden Wandel. Die fachlichen Anforderungen (Pflegemanagement, Qualitätsmanagement, Digitalisierungsprozesse) steigen, die Abrechnungen mit den Kranken- und Pflegeversicherungen bleiben sehr komplex und der sich im gesamten pflegerischen Bereich zeigende Fachkräftemangel macht grundsätzlich auch vor der Weiler Sozialstation nicht halt.

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen haben sich die Gesellschafter intensiv darüber beraten, wie die momentan gut aufgestellte Sozialstation auch in Zukunft erfolgreich bestehen kann. Dabei hat sich gezeigt, dass ein professioneller und erfahrener Träger die beste Perspektive mitbringt.

In den zurückliegenden Jahren hat die Keppler-Stiftung in ihrem Geschäftsgebiet bereits verschiedene Sozialstationen übernommen oder sich, wie in Weil der Stadt, an ihnen beteiligt. Im Bereich der ambulanten Pflege verfügt sie daher über breite Kenntnisse und hat die erforderlichen personellen Ressourcen für eine zukunftsfeste Aufstellung der Sozialstation Weil der Stadt. Wie Bürgermeister Christian Walter in der Gemeinderatssitzung darstellte, ist daher eine vollständige Übernahme der Sozialstation Weil der Stadt gGmbH durch die Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung die langfristig gesehen richtige Entscheidung. Neben der einrichtungsübergreifenden Nutzung von Personalkapazitäten und dem Bereitstellen von Know-How könne die Keppler-Stiftung insbesondere auch die fachliche und organisatorische Begleitung der Sozialstation besser wahrnehmen, als es den derzeitigen drei Minderheitsgesellschaftern möglich sei. „Die Sozialstation ist für unsere Bürgerinnen und Bürger ein wichtiges Angebot. Wir können davon ausgehen, dass der Bedarf an ambulanter Pflege auch in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Es ist daher essenziell, dass wir vor Ort auch in Zukunft eine leistungsstarke und personell gut ausgestattete Sozialstation haben. Mit der Umstrukturierung möchte sich die Stadt also nicht aus der Verantwortung ziehen, sondern die Sozialstation Weil der Stadt zukunftsfest aufstellen.“, betonte der Rathauschef weiter.

Die Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung ist zur Übernahme der Sozialstation Weil der Stadt bereit und hat dazu die betriebsinternen Beschlüsse gefasst. Sämtliche Mitarbeitende würden übernommen. Auch die Kirchengemeinden haben in ihren Gremien entsprechende Beschlüsse gefasst oder stehen kurz vor der Beschlussfassung.

Die Mitglieder des Gemeinderates begrüßten den Vorschlag ebenfalls. In den zuvor erfolgten nichtöffentlichen Vorberatungen war es den Gremien wichtig, die örtliche Verankerung der Sozialstation weiterhin zu pflegen und zu leben. Der Vorschlag eines Beirats, in den sowohl die Stadt als auch die Kirchengemeinden eingebunden werden könnten, fand auch explizit bei der Keppler-Stiftung Zustimmung. Mit dem gefassten Gemeinderatsbeschluss können nun weitere Verhandlungen aufgenommen werden. Berührt sind wirtschaftliche und rechtliche Aspekte, die nun abschließend geklärt werden müssen. Als Zeitpunkt für eine mögliche Übernahme durch die Keppler-Stiftung wurde der 01.01.2023 ins Auge gefasst.

Die künftige Perspektive der Sozialstation wird nicht nur in Weil der Stadt diskutiert. So sind im regionalen Umfeld immer wieder Zusammenschlüsse von Sozialstationen zu beobachten, zuletzt beispielsweise die Fusion der Sozialstationen Leonberg und Gerlingen.

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Weil der Stadt

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