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Ukrainische Kinder ziehen im August nach Weil der Stadt


Es war – bis jetzt – wohl die Hilfsaktion im Landkreis Böblingen im laufenden Krieg in der Ukraine, die für das größte Aufsehen gesorgt hat: Anfang März zogen 73 Kinder im Alter zwischen 3 und 17 Jahren in der ehemaligen Wildermuth-Kaserne, jetzt das Fortbildungsinstitut der Polizei Baden-Württemberg, ein. In einer wahren „Hauruck-Aktion“ waren 4 Betreuerinnen mit den Kindern aus zwei Kinderheimen in Kiew geflüchtet und nach Rumänien gereist. Dort konnten sie – mit Hilfe eines Schreibens der Landkreisverwaltung – abgeholt und nach Böblingen gebracht werden. Nach rd. 5 Monaten in Böblingen werden die Kinder Anfang August nach Weil der Stadt umziehen.

„Es war eine wirklich ungewöhnliche Aktion vieler Beteiligter“, betonte Landrat Bernhard im Rahmen zahlreicher sich anschließender Pressetermine immer wieder. Und es brauchte viele Hände, um diese Aufgabe zu stemmen: „Ohne die unkomplizierte Hilfe durch das Waldhaus, ohne die Bereitschaft der Polizei, die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, ohne den Einsatz der Beteiligten im Jugendamt und im Amt für Migration, ohne die Unterstützung seitens der Stadt Böblingen, ohne die engagierte ukrainische Community und den Verein KIVIN e.V. und ganz besonders ohne das unglaubliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Und diese vielen Menschen brauche es nach wie vor, so Landrat Bernhard. Auch am neuen Ort hört die Betreuung der Kinder und Jugendlichen natürlich nicht auf. Oberstes Ziel war es von Beginn an, den Kindern und Jugendlichen einen geregelten Alltag zu ermöglichen. So wurden beispielsweise insgesamt sechs unterschiedliche Gruppen gebildet - aufgeteilt nach Alter und Geschlecht, denen jeweils eine Betreuerin zugewiesen ist.

Bis Ende September hatte man die Zusage aus dem Innenministerium, die Räume der Hochschule für Polizei zur Unterbringung der Kinder nutzen zu dürfen. Das frühere Seniorenzentrum Bürgerheim Weil der Stadt, das seit April leer steht und laut einer Vereinbarung zwischen Landkreis und Stadt vorübergehend zur Unterbringung von aus der Ukraine geflüchteten Menschen genutzt werden kann, bietet nun die perfekten Bedingungen für die Anschlussunterbringung der Kinder. Das Areal eignet sich wegen seiner vielen Außenflächen und Gemeinschaftsräume nämlich insbesondere für Kinder oder Familien. Insgesamt bietet das Bürgerheim Platz für bis zu 150 Menschen. Neben den Kindern werden daher dort auch andere Geflüchtete aus der Ukraine im Rahmen der vorläufigen Unterbringung, die durch das Amt für Migration und Flüchtlinge des Landratsamts organisiert wird, wohnen. Bereits ab dem 4.7.2022 beginnt hier die Belegung – im Lauf der Woche ziehen insgesamt 25 Personen ein.

Anfang Mai hatten sich Vertreter der Stadt, der Schulverwaltung, des Kreisjugendamtes, der Gebäudewirtschaft und seitens der Jugendhilfeeinrichtung des Waldhauses zusammengesetzt und die unterschiedlichen Fragestellungen besprochen, die sich aus der Unterbringung der Kinder dann in Weil der Stadt ergeben. Dabei wurde deutlich, dass weder die Kindertageseinrichtungen der Stadt noch die Schulen den notwendigen Platz und auch nicht das nötige Personal vorhalten, um dieser zusätzlichen Zahl an Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Entsprechend werden im Bürgerheim die Tagesbetreuung für die jüngeren Kinder sowie auch schulische Angebote verortet sein. Bürgermeister Walter begrüßt die Vorgehensweise: „Alle beteiligten Behörden haben sich hier für eine pragmatische und umsetzbare Lösung ausgesprochen. Wir freuen uns, dass wir mit dem Bürgerheim den Kindern eine vorläufige Heimat anbieten können.“

Dass der Abschied schwer fällt, sieht man daran, dass man den Abschied mit einem großen gemeinsamen Grillfest verbinden möchte. Die Kinder werden uns fehlen“, sagt auch Jürgen von Massenbach-Bardt, der Leiter des Instituts für Fortbildung der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg. „Mit ihnen wurde es im Areal lebendiger und bunter. Es war für alle Beteiligten der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg ein Akt der Humanität. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung bei diesem Kraftakt.“

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Redakteur / Urheber
Landratsamt Böblingen

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