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Maßnahmen zur Begegnung des Fachkräftemangels


Insbesondere in den letzten Wochen gab es zu dem Thema zahlreiche Artikel in der Presse: Der Kita-Fachkräftemangel verschärft sich bundes- und landesweit immer weiter. Kindertageseinrichtungen müssen Betreuungszeiten reduzieren oder Gruppen schließen, weil die Aufsichtspflicht nicht mehr gewährleistet werden kann. Auch in Weil der Stadt spürt man den Fachkräftemangel vor allem seit diesem Kita-Jahr sehr deutlich. In fast allen städtischen Kitas gibt es aktuell offene Stellen, insgesamt sind es ca. 13. Ab Herbst werden Stand heute ca. 15 Stellen unbesetzt sein. Mehrere Studien gehen davon aus, dass bis 2025/2030 bundesweit bis zu 199.000, in Baden- Württemberg ca. 40.000 pädagogische Fachkräfte in den Kitas fehlen werden. Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler im Schuljahr 2026/2027 wird sich der Personalmangel voraussichtlich weiter erhöhen. Mit Blick auf die kommenden Jahre und der prognostizierten weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels in den Kindertageseinrichtungen hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema beschäftigt.

In einer umfassenden Sitzungsvorlage hatte die Verwaltung dem Gemeinderat verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die nach einstimmigem Beschluss zum 01.01.2023 umgesetzt werden sollen. Ziel der Maßnahmen ist es, neue pädagogische Fachkräfte zu gewinnen und vorhandenes Personal zu binden:

  • Einführung eines Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Konzeptes mit Gewährung einer übertariflichen Prämie in Form eines Sonderurlaubstages.
  • Gewährung einer übertariflichen Zulage für pädagogische Fachkräfte in den städtischen Kindertageseinrichtungen mit Ganztagsbetreuung in Höhe von 100 Euro pro Monat (bei Vollzeit-Beschäftigung, anteilige Teilzeit-Reduzierung). Ausgenommen hiervon sind Auszubildende, geringfügig Beschäftigte, Sprachförderkräfte, Integrationskräfte und nicht ständige Aushilfskräfte.
  • Gewährung eines übertariflichen Zuschusses für alle städtischen Mitarbeiter/innen zur Betreuung von nicht-schulpflichtigen Kindern in Kitas oder vergleichbaren Einrichtungen mittels einer monatlichen Pauschale in Höhe von 100 Euro pro Kind, maximal jedoch in Höhe der tatsächlichen Betreuungs- und Unterbringungskosten.

Weitere Maßnahmen mit finanziellen Auswirkungen wie die übertarifliche Stufenvorweggewährung nach 15 bzw. 20 Jahren aktiver Beschäftigung bei der Stadt Weil der Stadt, die Schaffung von Personalwohnungen und die Vergabe von Extrapunkten bei der Bewerbung um Bauplätze sind angedacht und werden im Gemeinderat behandelt.

Auch Maßnahmen mit geringem finanziellen Mehraufwand wurden beziehungsweise werden von der Stadtverwaltung umgesetzt, teilweise auf Anregung des Gesamtelternbeirats, um als moderner und attraktiver Arbeitgeber aufzutreten, z.B.

  • Neugestaltung der Stellenanzeigen und Erweiterung der Veröffentlichungsplattformen
  • Präsentation der Vorzüge der Stadtverwaltung als Arbeitgeberin auf der städtischen Website und den Social-Media-Kanälen
  • Ausweitung der Ausbildungskapazitäten
  • Veranstaltung einer „Langen Nacht der Kitas“ für (angehende) pädagogische Fachkräfte
  • Stufenlaufzeitübernahme
  • Mitarbeiterbefragungen
  • Implementierung eines anonymen Kummerkastens

„Wir versuchen mit kreativen und unterschiedlichen Maßnahmen, unsere Fachkräfte zu binden und Neue zu gewinnen, um die Situation vor Ort zu verbessern. Dazu gehört auch, dass wir mit neun Ausbildungsplätzen in diesem Jahr so viele Plätze anbieten wie noch nie. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Kommunen den Fachkräftemangel allein nicht lösen können. Die kommunalen Spitzenverbände haben sich dazu bereits an das Land gewendet.“, erläutert Bürgermeister Christian Walter.

Um den Personalbedarf in den städtischen Kindertageseinrichtungen kurzfristig zu senken, wird ebenfalls nach Beschluss des Gemeinderates die Ganztagsbetreuung in den städtischen Kindertageseinrichtungen zum 01.09.2022 von 17:00 auf 16:00 Uhr reduziert. Dadurch reduziert sich der Personalbedarf um 3,7 Stellen. Das Vorgehen sei mit dem Gesamtelternbeirat abgestimmt und notwendig, um die immer knapper werdenden personellen Ressourcen in den Hauptbetreuungszeiten einsetzen zu können. Erhebungen zeigen, dass ab 16:00 Uhr in der Regel weniger als die Hälfte der zur Ganztagsbetreuung angemeldeten Kinder tatsächlich in den Kitas anwesend seien. Gleichwohl sei der Verwaltung bewusst, dass mit dieser Entscheidung berufstätige Eltern vor der Herausforderung stehen, die Kinderbetreuung neu zu organisieren, so Tanja Kübler, Amtsleiterin für Jugend und Soziales.

Um die Kürzung der Betreuungszeit zu kompensieren, hat der Gesamtelternbereit angeregt, Vereine und Organisationen zu suchen, die nach Ende des Kindergartenbetriebs in den Kita-Räumlichkeiten ein altersentsprechendes Angebot für Kinder machen können. Bitte melden Sie sich bei Frau Kübler, Tel. 07033 521-163, E-Mail: kuebler@weil-der-stadt.de, wenn Sie Interesse haben ein kindgerechtes Angebot durchzuführen.

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Redakteur / Urheber
Stadtverwaltung Weil der Stadt

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