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Lebenslage

Hochwasser- und Georisiken

In einer von Hochwasser bedrohten Wohnlage können Sie selbst durch gezielte Vorsorge zur Schadensbegrenzung beitragen. Dies betrifft beispielsweise Vorbereitungen wie:

  • Abdichtung von Hauseingängen und Fenstern (z.B. durch wasserfeste Bretter oder Sperrholzplatten)
  • Sicherung von Heizöltanks gegen Aufschwimmen
  • Auslagerung von Chemikalien und anderen gefährlichen Stoffen in gefährdeten Räumen
  • Planung der Evakuierung

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Kapitel "Hochwasservorhersage abrufen“ und „Hochwassergefahrenkarten nutzen" sowie auf dem Hochwasserportal Baden-Württemberg.

Tipp: In dem Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finden Sie Anregungen, wie Sie sich auf Hochwasser vorbereiten können und was Sie nach einem Hochwasser beachten müssen. In den Hochwassergefahrenkarten ist ersichtlich, ob und in welchem Ausmaß Häuser, Wohnungen und Industriestandorte von Hochwasser betroffen sein können. Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg bietet Ihnen im Fall von steigenden Pegeln von Flüssen und vom Bodensee immer aktuelle Wasserstands-, Abfluss- und Niederschlagsdaten sowie Hochwasservorhersagen.

Georisiken

Durch Georisiken, wie beispielsweise durch gravitative Massenbewegungen (Fels-, Bergstürze, Erdrutsche, Murgänge etc.) oder auch durch spontan auftretende Verkarstungsstrukturen (Erdfälle) können katastrophenartige Gefährdungen für Straßen, Schienen oder auch Siedlungen (z.B. Gebäudeschäden) entstehen. Auch wichtige Versorgungsleitungen wie beispielsweise Strom-, Gas- oder Wasserversorgungsleitungen können beschädigt werden.

Gravitative Massenbewegungen entstehen in Gebieten mit ausreichender Reliefenergie und können durch Extremwetterlagen (Starkregen, Hochwasser), Erdbeben oder menschliche Eingriffe ausgelöst werden. In Baden-Württemberg sind beispielsweise folgende Bereiche von gravitativen Massenbewegungen verstärkt betroffen:

  • Bekannte Felssturzgebiete:
    • canyonartig eingeschnittene Täler des Südschwarzwalds (z.B. Wehratal, Schlüchttal, Albtal, Höllental)
    • tief eingeschnittene Täler des Oberjuras (z.B. Oberes Donautal)
    • tief eingeschnittene Täler des Albtraufs (z.B. an den "Albsteigen")
    • sonstige sehr steile Täler (z.B. Oberes Neckartal, Wutachgebiet, Kochertal, Jagsttal)
  • Bekannte Rutschgebiete:
    • Tertiäre Gesteine im südlichen Oberrheingraben (z.B. im Markgräfler Land und bei Lörrach)
    • Tertiäre Gesteine des Molassebeckens (z.B. bei Bodman oder Sipplingen)
    • Grenzbereich des Mittel-/Oberjuras am Trauf der Schwäbischen Alb (z.B. bei Mössingen)
    • Opalinuston-Formation (z.B. am Fuße des Albtraufs)
    • Trossingen-Formation (ehemals Knollenmergel, z.B. bei Göppingen oder bei Schwäbisch Gmünd)
    • Mittelkeuper (z.B. Heilbronner Raum oder Stuttgarter Raum, bei Murrhardt)
    • Wutachtal
    • Grenzbereich des Mittleren zum Oberen Muschelkalk (z.B. im Kochertal oder Jagsttal)

Verkarstungsstrukturen entstehen vor allem im Verbreitungsbereich von sulfathaltigen Gesteinen (Sulfatkarst) des Mittleren Muschelkalks sowie der Grabfeld-Formation (ehemals Gipskeuper) beziehungsweise von Karbonatgesteinen (Unterer und Mittlerer Muschelkalk, Oberjura).

In Baden-Württemberg sind vor allem folgende Georegionen von Verkarstungsstrukturen betroffen:

  • Schwäbische Alb (Karbonatkarst)
  • Gäulandschaften (Sulfat- und Karbonatkarst)

Den Verkarstungsstrukturen ähnliche Erscheinungsformen können in Arealen mit Altbergbau entstehen.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium Freiburg, Fachbereich Landesingenieurgeologie, sind sowohl in der Schadensprävention als auch im Rahmen von Sofortmaßnahmen tätig und werden im Bedarfsfall über die Alarmpläne der Landkreise kontaktiert.

Übergeordnete Lebenslage: Katastrophenschutz

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