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Erstes Pflegestärkungsgesetz ist seit 01.01.2015 in Kraft


Diese angestrebte Pflegereform wurde nun mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG), das seit dem 01.01.2015 in Kraft ist, auf den Weg gebracht.
 
Das PSG beinhaltet verschiedene Änderungen und Verbesserungen für Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die wichtigsten Änderungen in Kürze auf.

Leistungsänderungen ab Januar 2015


Im Bereich der ambulanten Versorgung:
 
Die Pflegesachleistungen und das Pflegegeld, die für die Pflege im häuslichen Umfeld von der Pflegekasse gewährt werden, sind erhöht worden.
Pflegestufe Pflegegeld
Pflegesachleistungen

Alt (ohne/mit Betreuungsbedarf) Neu (ohne/mit Betreuungsbedarf) Alt (ohne/mit Betreuungsbedarf) Neu (ohne/mit Betreuungsbedarf)
0 - / 120 € - / 123 € - / 225 € - / 231 €
I 235 € / 305 € 244 € / 315 € 450 € / 665 € 468 € / 689 €
II 440 € / 525 € 458 € / 545 € 1.100 € / 1.250 € 1.144 € / 1.298 €
III 700 € / 700 € 728 € / 728 € 1.550 € / 1-550 € 1.612 € / 1.612 €
 

Im Bereich der teilstationären Versorgung:


Bislang wurden die Listungen der teilstationären Versorgung (z.B. Tagespflege) und der ambulanten Versorgung (Pflegegeld/Pflegesachleistungen) teilweise aufeinander angerechnet. Diese Anrechnung entfällt zukünftig. Das bedeutet, dass zum Beispiel das Pflegegeld sowie die Tagespflege in der vollen Höhe nebeneinander gewährt werden.

Im Bereich der stationären Versorgung:


Bisher haben die stationären Pflegeeinrichtungen für Menschen, deren Alltagskompetenz z.B. aufgrund einer demenziellen Erkrankung eingeschränkt war, zusätzliches Betreuungspersonal eingesetzt. Dieses Personal war für die spezielle Betreuung dieses Personenkreises zuständig und wurde von der Pflegekasse extra vergütet. Durch das PSG entfällt zukünftig die Aufteilung der Bewohner, das bedeutet, dass ALLE Bewohner einen Anspruch auf Betreuung nach §87b SGB XI haben. Zeitgleich wurde auch der Betreuungsschlüssel erhöht. Um diesem neuen Anspruch gerecht zu werden kann bzw. muss nun das Personal in diesem Bereich aufgestockt werden, Die Einrichtungen werden wohl erst im Laufe des Jahres diese Änderung umsetzen können, da das benötigte Personal erst noch ausgebildet werden muss.
 
Im Bereich der Dauerpflege wurden die Leistungen ebenfalls angehoben. Dies führt dazu, dass in der Regel die Eigenbeteiligung sinkt.
Pflegestufe Alt Neu
I 1.023 € 1.064 €
II 1.279 € 1.330 €
III 1.550€ 1.612 €

Im Bereich der Kurzzeit- und Verhinderungspflege:


Die Leistungen werden jeweils von 1.550 € auf 1.612 € pro Jahr angehoben. Neu ist auch, dass der Kurzzeitpflegeanspruch als Verhinderungspflege und/oder umgekehrt in Anspruch genommen werden kann. Dies ist vor allem in der ambulanten Pflege von Bedeutung.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen


Bisher wurden Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes (z.B. der Einbau einer behindertengerechten Toilette) in Höhe von 2.557 € übernommen. Ab Januar kann nun ein Zuschuss von bis zu 4.000 € gewährt werden.
 
Zudem gibt es viele Neuerungen bzw. höhere Leistungen, die neue Wohnformen (ambulant betreute Wohngruppen), den Verbrauch von Pflegehilfsmitteln, Freistellung von Arbeitnehmern, um eine akut aufgetretene Pflegesituation zu organisieren sowie Pflegebedürftige in PS 0 betreffen.
 
Auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege/pflegeleistungs-helfer.html) können Sie die Details lesen. Oder Sie erkundigen sich bei Ihrer Pflegekasse.
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Redakteur / Urheber
Jürgen Lechler, Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung

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