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Verabschiedung und Begrüßung in kleinem Rahmen
Thilo Schreiber erhält silberne Bürgermedaille der Stadt Weil der Stadt


Thilo Schreibers Amtszeit ist nun offiziell zu Ende. Eine große Verabschiedung war aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich, doch in kleinem, Corona-konformem Rahmen konnte dennoch eine kleine Gruppe geladener Gäste aus Gemeinderat und Verwaltung im Klösterle zusammenkommen, um dem bisherigen Bürgermeister Thilo Schreiber einen würdigen Abschied zu bereiten. In einer feierlichen Atmosphäre, die durch Israel Vazquez von der Musikschule umrahmt wurde, erhielt er die silberne Bürgermedaille der Stadt verliehen – inklusive Standing Ovations.
 
Der Erste Beigeordnete Jürgen Katz blickte auf Thilo Schreibers acht Jahre Amtszeit zurück – auch wenn er selbst erst seit zwei Jahren im Amt ist. Viele Erwartungen hätten damals auf Thilo Schreiber geruht. Schon in seinem ersten Jahr seien viele wichtige Veränderungen spürbar gewesen. Die „Ära Schreiber“ charakterisiere, dass er einen „frischen Blick von außen“ mit „gewachsener Verwaltungserfahrung“ vereint habe. Allein seien all die Aufgaben bei der Fülle und der Größe der Stadt aber nicht zu stemmen gewesen. Deshalb sei nach zehn Jahren Vakanz die Stelle des Ersten Beigeordneten wieder ausgeschrieben worden.
 
Die Liste von dem, was Schreiber in den acht Jahren bewegt hat, ist lang. „Insgesamt ist eine ganze Menge an erfolgreich umgesetzten Projekten und Ideen zusammen-gekommen“, befand Jürgen Katz. Die „fehlenden Haushaltsmittel“ seien dabei stets „ein begrenzender Faktor“ gewesen, fuhr Katz fort. Die letzten zwei Jahre mit Thilo Schreiber zu arbeiten und von ihm zu lernen, war für Jürgen Katz ein „großes Privileg“. Entsprechend großen Dank sprach der Erste Beigeordnete bei der Verabschiedung aus.

Weil der Stadt auf allen Ebenen gut vertreten

Martin Buhl erinnerte sich noch aus erster Hand an Thilo Schreibers erste Tage im Amt, denn er vereidigte ihn im Jahr 2012. „Nach einer souverän gewonnenen Wahl“, wie der zweite ehrenamtliche Stellvertreter des Bürgermeisters rekapitulierte. Für den Gemeinderat habe Thilo Schreibers Amtsantritt eine „einschneidende Zäsur“ bedeutet. Schnell habe das Gremium gemerkt, dass es sich bei Schreiber um einen ausgezeichneten Fachmann handle. Am Beispiel der Standortsuche für das neue Seniorenheim habe sich die neue Arbeitsweise unter Schreiber gezeigt, so Buhl. So konnte im Brühl eine gute Lösung gefunden werden. „Es gab für ihn kein Stadtteildenken“, fuhr Martin Buhl mit dem Lob fort. Schreiber habe die Stadt auf allen Ebenen gut vertreten und repräsentiert.
 
Der dritte Stellvertreter des Bürgermeisters, Michael Borger, ging besonders auf Thilo Schreibers Engagement für die Vereine ein. „Die Weil der Städter Vereine haben auf jeden Fall gewonnen“, stellte er fest. Schreibers Politik habe „bürgerschaftlichen Charakter“ gehabt und er habe sich „mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusst-sein“ am Vereinsleben beteiligt. Außerdem habe er es verstanden, so Borger, die Vereine in die Geschehnisse in der Stadt einzubinden.
 
Thilo Schreiber sei es gelungen, viele Weil der Städter zu „mobilisieren und zu motivieren“, fand die erste Bürgermeisterstellvertreterin Sonja Nolte. Er habe sehr, sehr viele Termine wahrgenommen und viele, viele Stunden dafür geleistet. Zuzuhören und alle ernst zu nehmen sei ihm immer wichtig gewesen. Dem Gemeinderat habe Schreiber die Hand gereicht, das Gremium versöhnt und damit eine konstruktive Weiterarbeit ermöglicht.
 
Bürgermeister a.D. Thilo Schreiber

Thilo Schreiber nutzte die Gelegenheit für einige Worte des Abschieds. Vor acht Jahren habe er sein Amt „hochmotiviert und mit gesundem Ehrgeiz, die Keplerstadt wieder richtig vorwärts zu bringen“, angetreten. Er habe das große Potential der Stadt gesehen – dieses sehe er heute noch. Sein Anspruch war Weil der Stadt und die Verwaltung an besser organisierten und erfolgreicheren Städten zu messen. Dass dafür so viel zu tun sei, habe er vor seiner Wahl zum Bürgermeister nicht geahnt. Kaum habe man richtig Gas gegeben, habe sich gezeigt: Das Auto hat vier platte Reifen, der Motor stottert und der TÜV war auch abgelaufen, so Schreiber lachend. Trotzdem habe in seiner Amtszeit viel umgesetzt und angestoßen werden können. Und eines sei klar: "Ich war immer stolz, Bürgermeister dieser ehemals freien Reichsstadt zu sein - fünf Stadtteile, eine Stadt!"  Dabei hätte er gerne ganz im Sinne des Pfarrers Gustav Werner noch viel mehr bewegt: "Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert"! Dennoch sei einiges gesät und davon werde auch hoffentlich vieles aufgehen.
 
Dies alles habe ihn viel Energie und Kraft gekostet, erklärte Thilo Schreiber. Darum sei er nicht sicher gewesen, ob er noch einmal acht Jahre "diesen Kraftakt" stemmen könne. Ein guter Vorgänger lasse seinem Nachfolger jedoch auch noch etwas Arbeit übrig, meinte Schreiber mit einem Augenzwinkern an seinen Nachfolger gerichtet. Nachhaltige Stadtentwicklung sei schließlich ein Marathon, kein Sprint. Und mit Jürgen Katz habe der neue Rathauschef einen "hochkompetenten, hervorragenden Mannschaftskapitän" an seiner Seite. Die Amtsleiter und die gesamte Mannschaft seien nun besser aufgestellt und es könne vieles gelingen.
 
Schreiber wünschte seinem Nachfolger und dem Gemeinderat für die Zukunft alles erdenklich Gute und eine glückliche  Hand für die Keplerstadt. Die Verleihung der Bürgermedaille habe ihn tief berührt und sehr geehrt. "Ich gehe nun in großer Dankbarkeit. Der Kreis hat sich für mich geschlossen".

Verleihung der Bürgermedaille durch Bürgermeister Christian Walter an Bürgermeister a.D. Thilo Schreiber


Walters Tür steht immer offen

Christian Walter hießen die Anwesenden herzlich Willkommen und wünschten ihm viel Glück für sein frisch angetretenes Amt. Der neue Bürgermeister wurde in ebenfalls sehr kleinem Rahmen bereits am Montag, 02.11.2020, durch den Ersten Beigeordneten Katz als Amtsverweser eingesetzt.

Er selbst betonte, dass eine so engagierte Übergabe, wie sie durch Thilo Schreiber an ihn erfolgte, keine Selbstverständlichkeit sei. Eine Eigenschaft habe der verabschiedete Bürgermeister im Besonderen bewiesen: Integrität – gegenüber den Bürgern, dem Gemeinderat und seinen Mitarbeitern. Christian Walter dankte auch Jürgen Katz, der ihm bereits „sehr intensiv mit Rat und Tat“ zur Seite gestanden habe. Außerdem versprach der neue Rathauschef: „Meine Tür soll Ihnen immer offen stehen.“

Ernennung von Bürgermeister Christian Walter
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Redakteur / Urheber
Jacqueline Geisel

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