Was ist geplant? Was sind die Etappen & Meilensteine? Und was kostet das Projekt? Informieren Sie sich über die Planungen zum 2. Bauabschnitt der energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung.
Was ist geplant?
Im gesamten Stadtgebiet gibt es insgesamt 3.033 Straßenleuchten. Bereits im Jahr 2019 wurden im ersten Bauabschnitt rund 639 Leuchten von Quecksilberdampftechnik auf energieeffiziente LED-Leuchten umgestellt. Zusätzlich wurden im Rahmen von Reparaturen oder in neuen Baugebieten etwa 300 weitere Leuchten auf LED-Technik umgerüstet.
Im zweiten Bauabschnitt sollen nun weitere 1.807 Quecksilberdampfleuchten durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt werden. Die Stadtverwaltung rechnet dadurch mit einer jährlichen Stromeinsparung von rund 266.107 Kilowattstunden. Das entspricht einer Einsparung von etwa 100.000 Euro Stromkosten pro Jahr. Durch intelligente Sensoren, Dimmprofile und nächtliche Abschaltungen können zusätzlich weitere Einsparungen erzielt werden.
Bürgermeister Christian Walter betont: „Die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig entlasten die dann geringeren Energiekosten unseren Haushalt dauerhaft.“
Neben der Umrüstung auf LED werden die neuen Leuchten mit einem sogenannten ZHAGA-Sockel sowie mit Sensorik ausgestattet. Der ZHAGA-Sockel ist eine genormte Anschlussstelle an der Leuchte. Über diese können zusätzliche Module angebracht werden, um die Straßenbeleuchtung einfach zu vernetzen und zu steuern.
Die Sensorik ermöglicht eine Fernüberwachung und -steuerung der Beleuchtung. So kann beispielsweise die Helligkeit flexibel angepasst werden. Auch Störungen oder Ausfälle werden automatisch gemeldet. Aufwendige Kontrollfahrten entfallen dadurch.
Städtische Mitteilung zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED
Sitzungsunterlagen zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED
Nach Abschluss des zweiten Bauabschnitts verbleiben noch 279 Halogenmetalldampfleuchten. Diese befinden sich überwiegend im Merklinger Wohngebiet Leimtel und sollen bisher erst dann umgerüstet werden, wenn sie ihr technisches Lebensende erreicht haben. Sie sind aktuell nicht förderfähig.
Auf Antrag der Fraktionen der Freien Wähler und der FDP werden nun auch die Kosten für die Nachrüstung einer intelligenten Steuerung im ersten Bauabschnitt sowie die Umstellung der noch verbleibenden Leuchten auf LED optional in die Ausschreibung aufgenommen. Über die tatsächliche Umsetzung dieser Maßnahmen entscheidet der Gemeinderat, sobald das Ausschreibungsergebnis mit den tatsächlichen Kosten vorliegt.
Wann wird die Straßenbeleuchtung umgerüstet?
Die Bewilligung der Fördermittel läuft bis September 2026. Damit die Umrüstung der Straßenbeleuchtung innerhalb dieses Zeitraums abgeschlossen werden kann, sollen die Arbeiten im Frühjahr beginnen. Zuvor werden das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren durchgeführt.
Was kostet das Projekt?
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,46 Millionen Euro. Im Juni 2025 wurden Bundesfördermittel bewilligt. Im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative werden rund 506.000 Euro durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Der städtische Eigenanteil liegt bei rund 950.000 Euro.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab. Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.
Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Kommunen ebenso wie Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher oder Bildungseinrichtungen. Die Stadt Weil der Stadt sowie die Bundesinitiative tragen damit einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz bei.
Weitere Informationen zur nationalen Klimaschutzinitiative
Städtische Pressemitteilung zur Bewilligung der Fördermittel
Um Stromkosten zu sparen, wird die Straßenbeleuchtung in Weil der Stadt bereits seit vielen Jahren nachts abgeschaltet. Dieses Thema bewegt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Die einen begrüßen die nächtliche Abschaltung wegen der geringeren Lichtverschmutzung und der positiven Effekte für Umwelt und Natur, andere lehnen sie ab – etwa wegen eines verminderten subjektiven Sicherheitsempfindens oder unsichtbarer Stolperstellen.
Im Zuge der LED-Umrüstung wäre es technisch möglich gewesen, die Straßenbeleuchtung nachts zu dimmen, statt sie vollständig abzuschalten. Die Frage, ob die Beleuchtung zwischen 2 und 4 Uhr nachts ausgeschaltet oder gedimmt werden soll, wurde sowohl im Technischen Ausschuss als auch im Gemeinderat ausführlich diskutiert.
Der Verwaltungsvorschlag, die Straßenbeleuchtung in dieser Zeit zu dimmen und somit nicht mehr komplett abzuschalten, wurde bereits in der Vorberatung im Technischen Ausschuss abgelehnt. Auch ein entsprechender Antrag der Freien Wähler-Fraktion fand in der Gemeinderatssitzung keine Mehrheit.
Der Gemeinderat hat stattdessen mehrheitlich folgendes Dimmprofil beschlossen:
| ------------- bis 20:00 Uhr | 100 % |
| 20:00 Uhr bis 02:00 Uhr | 50 % |
| 02:00 Uhr bis 04:00 Uhr | 0 % (bzw. technisch minimale Beleuchtung) |
| 04:00 Uhr bis 06:30 Uhr | 50 % |
| 06:30 Uhr bis ------------ | 100 % |