Im Sommer letzten Jahres hat das Baden-Württemberg Institut für nachhaltige Mobilität (BWIM) einen Verkehrsversuch in der Jahnstraße und im Schießrainweg durchgeführt. Ziel war es, die Umgebung des Schulcampus für alle Verkehrsteilnehmer attraktiver und sicherer zu gestalten.
Während des Verkehrsversuchs wurde die Verkehrsführung rund um das Schulgelände grundlegend angepasst. So wurde die Jahnstraße bis zur Höhe des Stadionstübles zur Fahrradstraße umgewandelt. Der angrenzende Schießrainweg wurde zu einer verkehrsberuhigten Zone erklärt. Auch die Holzmöbel entlang der Jahnstraße sowie die Bodenmalereien im Schießrainweg und in der Jahnstraße waren Teil des Verkehrsversuchs.
Während und nach dem Experiment wurden die Anlieger sowie die Schulen in die Evaluation mit einbezogen. Darüber hinaus wurden die Effekte auf das tatsächliche Verkehrsgeschehen anhand von Verkehrszählungen und Messungen ausgewertet.
Nach der Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse im Dezember 2024 wurde vergangene Woche im Technischen Ausschuss der Abschlussbericht präsentiert. Nachfolgend ist aufgelistet, wie die Stadtverwaltung die wesentlichen verkehrsrechtlichen Punkte bewertet und umsetzt.
Die Bodenmalereien tragen dazu bei, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren und umsichtiger fahren. Das haben Videoanalysen gezeigt. Durch die Bodenmalereien wird also die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere der zahlreichen Schüler, die in diesem Bereich zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, erhöht. Sie sollen deshalb beibehalten werden. Die Rutschfestigkeit der Bodenmalereien wurde zwischenzeitlich vom BWIM hergestellt.
Die Einrichtung der Fahrradstraße hat sich bewährt und wird von der Stadtverwaltung verkehrsrechtlich angeordnet. Wie bislang auch werden Krafträder und Kraftwagen durch ein Zusatzzeichen weiterhin zugelassen. In einer Fahrradstraße hat der Radverkehr Vorrang. Radfahrer dürfen also weder behindert noch gefährdet werden. Außerdem gilt Rechts vor Links und Tempo 30.
Aufgrund der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung (StVO) kann der verkehrsberuhigte Bereich nicht dauerhaft angeordnet werden. Wesentliche Voraussetzungen wie ein niveaugleicher Ausbau oder eine vorwiegende Aufenthaltsfunktion sind nicht erfüllt. Im Rahmen des Gesamtkonzepts für den Neubau des Schulcampus soll die Einrichtung jedoch für die Zukunft geprüft werden.
Eine weitere Zu- und Abfahrt zum Festplatz direkt von der Paul-Reusch-Straße aus wurde im Gemeinderat bereits mehrfach diskutiert. Hintergrund ist die Entzerrung des Verkehrs in der Jahnstraße. Im Abschlussbericht des BWIM wird die zusätzliche Zufahrt ebenfalls empfohlen.
In seiner letzten Sitzung hat der Technische Ausschuss der Herstellung einer weiteren Zufahrt von der Paul-Reusch-Straße zum Festplatz einstimmig zugestimmt. Die neue Zufahrt soll etwa in der Mitte des Festplatzes angelegt werden. Dadurch wird der Wunsch des Katholischen Kindergartens berücksichtigt, ausreichend Abstand zum Eingangsbereich zu halten. Gleichzeitig wird auch ein ausreichender Abstand zum Kreuzungsbereich Jahnstraße/Paul-Reusch-Straße eingehalten.
Die erforderlichen Tiefbauarbeiten werden auf rund 25.000 Euro geschätzt und sollen im Rahmen des Jahresbaus umgesetzt werden. Die Umsetzung ist ab Mitte September 2025 geplant.
Den Abschlussbericht des BWIM zum Verkehrsversuch finden Sie im Ratsinformationssystem.