Gemeinderat vergibt Auftrag an Generalunternehmer

Städtische Nachrichten

Neubau Kindergartenquartier Kirchenburg

Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Auftrag für den Neubau des Kindergartenquartiers Kirchenburg einstimmig an die Firma Weisenburger Bau GmbH vergeben. Die Leistungen des Generalunternehmers belaufen sich auf rund 11,1 Millionen Euro. 

„Wir freuen uns über das sehr gute Ausschreibungsergebnis. Der Vergabepreis liegt rund zwei Millionen Euro unter dem für die Bauleistungen angesetzten Budgetrahmen von 13,1 Millionen Euro“ betonte Bürgermeister Christian Walter im Gemeinderat. 

Das vom Gemeinderat im Februar 2025 festgelegte Gesamtbudget für das Projekt liegt bei 17,8 Millionen Euro. Mit Ausnahme der archäologischen Rettungsgrabungen, auf deren Umfang und Kosten die Stadt leider keinen Einfluss nehmen kann, bewegen sich alle Vergaben in- und unterhalb des jeweiligen Budgetrahmens.


Das ist geplant

Auf den Grundstücken Hausener Straße 17/19 und Katharinenstraße 5 in Merklingen soll eine fünfgruppige Kindertageseinrichtung mit darüberliegenden Wohneinheiten entstehen. 

Auf einer Nutzfläche von rund 930 Quadratmetern sind 95 Kita-Plätze vorgesehen, davon 20 im U3-Bereich. Durch den Neubau wird ausreichend Platz geschaffen, um die beiden Ü3-Gruppen des Kinderhauses an der Kirchenburg in der neuen Kita unterzubringen und darüber hinaus zusätzliche Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen.

Die Planung sieht außerdem 23 Wohnungen mit rund 2.000 m² Wohnfläche vor. Davon sollen sieben Wohneinheiten als Sozialmietwohnungen ausgewiesen werden. Den entsprechenden Förderantrag hat die Stadtverwaltung im Programm „Wohnungsbau BW“ bereits Anfang des Jahres eingereicht. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Zuschuss für die reduzierte Miete in Höhe von ca. 800.000 Euro. Die Prüfung und Bestätigung durch die L-Bank steht allerdings noch aus. 

Die Gebäude werden durch eine gemeinsame Tiefgarage mit rund 35 Stellplätzen unterbaut.


Aktueller Stand

Im Herbst 2025 wurden die alten Gebäude abgerissen. Da es sich bei den Grundstücken um vom Landesamt für Denkmalpflege ausgewiesene archäologische Verdachtsflächen handelt, wurden im Dezember 2025 archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt. Dabei erhärtete sich der Verdacht, dass in diesem Bereich archäologische Funde zu erwarten sind.

Deshalb hat der Gemeinderat im Januar 2026 die Ausschreibung und Vergabe der sogenannten archäologischen Rettungsgrabungen beschlossen. „Die Rechtslage ist kurios: Die Stadt trägt die Kosten für die Grabungen. Die archäologischen Funde sind jedoch Eigentum des Landes Baden-Württemberg“ erklärt Erster Beigeordneter Jürgen Katz. Aus diesem Grund darf die Stadtverwaltung auch nicht selbst über die Funde informieren. Das Landesdenkmalamt beim Regierungspräsidium Stuttgart teilt hierzu mit:

Seit Ende Februar laufen archäologische Rettungsgrabungen auf dem Gelände des geplanten neuen Kindergartens mit Mehrfamilienhäusern gegenüber der Kirchenburg an der Hausener Straße auf dem Gelände des ehemaligen Herrenalber Klosterhofs.

Neben den erwarteten Befunden der frühen Neuzeit, die zum Klosterhof gehören, kommen aber auch Siedlungsbefunde des Hochmittelalters zu Tage sowie Bestattungen eines Friedhofs der frühmittelalterlichen Anfangszeit des Ortes. Diese, sowie alle anderen archäologischen Befunde, werden momentan im Vorfeld des Bauvorhabens von einer archäologischen Fachfirma geborgen und dokumentiert, um zumindest eine dokumentationslose Zerstörung dieser Relikte aus der Frühzeit Merklingens zu verhindern.


Zeitplan

Die Rettungsgrabungen werden voraussichtlich bis Mitte Juli 2026 dauern. Anschließend beginnen direkt die Arbeiten für den Neubau. Nach dem Ausheben der Baugrube sollen die Arbeiten des Generalunternehmers im September 2026 beginnen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das Frühjahr 2028 geplant. 

Redaktion

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