Klimaschutz + Klimaanpassung

Der Klimawandel schreitet immer weiter voran: Die steigenden Temperaturen, die Zunahme extremer Wetterereignisse und der Anstieg des Meeresspiegels haben weitreichende Auswirkungen – nicht nur bei uns in Deutschland, sondern weltweit. Die Belastungen durch Hitzestress, Wassermangel und Überflutungen nehmen für Menschen, Umwelt, Wirtschaft und Infrastruktur zu.

Mit Klimaschutz wird das Ziel verfolgt, den Ausstoß von klimarelevanten Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan zu reduzieren, um entsprechend dem Vorsorgeprinzip ein Voranschreiten des Klimawandels zu minimieren. 

Drei zentrale Schwerpunkte prägen den Klimaschutz:

  • der Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Quellen wie Sonne, Wind oder Geothermie,
  • die Steigerung der Energieeffizienz
  • die Reduzierung des Energieverbrauchs – beispielsweise durch Gebäudesanierung oder klimafreundliche Mobilität

Beitritt zum Klimaschutzpakt

Die Landesregierung und die kommunalen Landesverbände haben Ende 2015 den Klimaschutzpakt Baden-Württemberggeschlossen.

Um die Wirkung des Paktes zu verstärken, können Gemeinden, Städte und Landkreise den Klimaschutzpakt mit einer Erklärung unterstützen. Bislang sind 540 Kommunen dem Klimaschutzpakt beigetreten, auch Weil der Stadt.

Im Klimaschutzpakt bekennen sich die Parteien zur Vorbildwirkung der öffentlichen Hand beim Klimaschutz und zu den Zielen des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz (KlimaG BW).

Weil der Stadt

Konzept zur klimaneutralen Kommunalverwaltung 2040

Das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württembergs schreibt vor den Treibhausgasausstoß im Vergleich zu den Gesamtemissionen des Jahres 1990 bis 2030 um mindestens 65 Prozent zu reduzieren und bis 2040 über eine schrittweise Minderung Netto Treibhausgasneutralität („Klimaneutralität“) zu erreichen.
Der Klimapakt Baden-Württemberg von Land und kommunalen Landesverbänden, den auch Weil der Stadt 2019 unterzeichnet hat, dient der Umsetzung dieses gesetzlichen Handlungsauftrags. Er hält fest, dass deshalb bis spätestens zum Jahr 2040 in Baden-Württemberg auch alle Kommunalverwaltungen klimaneutral sein müssen.

Ein wichtiger Schritt für das Erreichen dieses Ziels ist ein Konzept bzw. Reduktionsfahrplan, das sich mit den Fragen der Energieeinsparung, der Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien in der Kommunalverwaltung befasst.
Dieses Konzept ist im Februar 2026 vom Gemeinderat beschlossen worden. Es enthält eine Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadtverwaltung Weil der Stadt für das Jahr 2024 sowie einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Handlungsempfehlungen zur künftigen Emissionsvermeidung und-reduktion. Die Vorlage finden Sie im Ratsinformationssystem der Stadt. 

Landkreis Böblingen

Klimaschutzkonzept des Landkreises

Das Klimaschutzkonzept des Landkreis Böblingen aus dem Jahre 2013 wurde 2023/2024 fortgeschrieben. In einem breiten Beteiligungsprozess wurden für alle relevanten Sektoren Maßnahmen erarbeitet, mit welchem der Landkreis bis zum Jahr 2040 die weitestgehende Treibhausgasneutralität erreichen kann.

 Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Landkreises.

Klimaanpassung

Bei der Klimaanpassung geht es um den vorsorgenden Umgang mit nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels und Extremwetterereignissen. Ziel ist es, Risiken zu minimieren, Schäden zu vermeiden und Anpassung an die zu erwartenden Veränderungen zu treffen. Dazu gehören:

Hochwasser- und Starkregenschutz

Hitzeschutz

Klimaanpassungskonzept des Landkreises

2022 hat der Landkreis Böblingen ein Konzept zur Klimaanpassung erarbeiten lassen.

Hintergrund

Klimawandel

Die Klimakrise stellt Menschen weltweit vor große Herausforderungen. Ohne eine globale Energiewende kann diese Herausforderung nicht gemeistert werden. 

Das bereits spürbar veränderte Klima zeigt die Notwendigkeit zum Handeln. Wir tragen die Verantwortung, durch geeignete Maßnahmen weitere Folgen des Klimawandels zu begrenzen und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu sichern.

Im Pariser Abkommen, das auf der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen 2015 auf den Weg gebracht wurde, haben sich mehr als 195 Staaten dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen so weit zu reduzieren, dass der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2 °C gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen (jeweils im Vergleich zum vorindustriellen Niveau). Umfassendere Informationen zur Klimakrise finden Sie  auf der Seite des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK).

Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes hat auch die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen, sind die Bundesländer und Kommunen gefordert.

Denn das Klima hat sich auch in Baden-Württemberg im Laufe des letzten Jahrhunderts spürbar verändert:

  • Die Temperaturzunahme schreitet in den letzten Jahren immer schneller voran. Das Jahr 2024 war weltweit und in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. In Baden-Württemberg lag die Jahresmitteltemperatur 2024 bei 10,6 °C; damit war es nach Angaben der LUBW das drittwärmste Jahr seit Messbeginn 1881. Alle Monate des Jahres 2024 lagen über den jeweiligen Monatswerten der Referenzperiode 1961–1990. Auch 2025 bestätigte den langfristigen Erwärmungstrend: Mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,8 °C lag Baden-Württemberg um +1,9 °C über dem Mittel der Referenzperiode 1961–1990 und belegte Platz 8 der wärmsten Jahre seit Messbeginn
  • Heiße Tage werden häufiger, kalte Tage seltener. Mit der steigenden Durchschnittstemperatur verändern sich auch die Temperaturextreme. Sommertage mit Tageshöchstwerten über 25 °C und heiße Tage mit über 30 °C nehmen zu, während Frosttage und Eistage seltener werden. Der Winter 2023/2024 war in Deutschland der mildeste seit Messbeginn; auch in Baden-Württemberg lagen 2024 alle Monate über dem jeweiligen Mittel der Referenzperiode 1961–1990.
  • Niederschläge verändern sich: Es wird nicht einfach überall trockener, sondern extremer und ungleichmäßiger. In Baden-Württemberg zeigt sich ein Trend zu höheren Niederschlägen im Winter und zugleich zu trockeneren Phasen in der warmen Jahreszeit. Das Jahr 2024 war von hohen Niederschlagsmengen, Starkregen und Hochwasser geprägt; der Mai 2024 war der niederschlagsreichste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Andauernde Starkregenereignisse im Mai und Juni führten in vielen Regionen des Landes zu angespannten Hochwassersituationen. Es erreichten rund 60 Prozent der Pegel in Baden-Württemberg Hochwasserstände; an zahlreichen Messstellen wurden Abflüsse gemessen, die statistisch nur alle 100 Jahre oder seltener auftreten. Das Jahr 2025 zeigte dagegen die andere Seite dieser Entwicklung: Die erste Jahreshälfte war warm und sehr trocken. Von Januar bis Juni lagen die Niederschläge durchgehend unter dem langjährigen Mittel; am Rhein wurden neue minimale Tagesrekordabflüsse gemessen. Insgesamt blieb 2025 mit 863 mm Niederschlag rund 11 Prozent trockener als im Mittel der Referenzperiode 1961–1990. 
  • Auch der Trend zu einer früher einsetzenden und längeren Vegetationsperiode setzt sich fort. Die Apfelblüte etwa begann 2025 18 Tage früher als im Mittel des Referenzzeitraums 1961–1990. Mit dem früheren Blühbeginn durch die insgesamt steigenden Temperaturen und milderen Winter geht ein höheres Risiko für Spätfröste einher, die immer wieder zu Schäden an den Kulturen führen.

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