Bei der kommunalen Wärmeplanung wird untersucht, wie die Wärmeversorgung in Weil der Stadt künftig klimaneutral gestaltet werden kann. Ziel ist es, ein Szenario für das Jahr 2040 zu entwickeln. Das Szenario zeigt, welche Gebiete an ein zentrales Wärme- oder Wasserstoffnetz angeschlossen werden könnten und wo dezentrale, individuelle Lösungen erforderlich sind.
In der Gemeinderatssitzung Ende Februar hat das beauftragte Ingenieurbüro den Abschlussbericht dazu vorgestellt.
Nein, denn die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument. Sie hat somit keine unmittelbaren rechtlichen Auswirkungen oder Verpflichtungen für Gebäudeeigentümer.
Die Frage der zukünftigen Energieversorgung ist derzeit grundsätzlich sehr dynamisch. Sie wird stark durch die weltpolitische Lage und bundespolitische Entscheidungen beeinflusst. So kündigte die Bundesregierung parallel zur Gemeinderatssitzung eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes (auch bekannt als Heizungsgesetz) an.
Für die Untersuchung wurde das Stadtgebiet in 67 Teilgebiete unterteilt. Das Zielszenario für das Jahr 2040 zeigt, dass voraussichtlich rund 82 Prozent der Haushalte ihren Wärmebedarf über individuelle Lösungen decken müssen. Mögliche Energiequellen und Technologien sind beispielsweise Wärmepumpen, Biomasse, grünes Methan oder Solarthermie.
Lediglich fünf Quartiere könnten sich grundsätzlich für ein zentrales Wärmenetz eignen. Für Wasserstoffnetze wurden hingegen keine Potenziale festgestellt.
Die Eignung eines Quartiers bedeutet allerdings nicht, dass dort tatsächlich auch ein Wärmenetz gebaut wird. In der Gemeinderatssitzung wurde diskutiert, ob die Stadtverwaltung eine Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz in der Weiler Innenstadt durchführen soll. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Mehrheit des Gemeinderates sprachen sich jedoch dagegen aus.
Hintergrund ist, dass derzeit offen ist, ob ein Wärmenetz überhaupt gebaut wird und wer Bau und Finanzierung übernehmen könnte. Fest steht jedoch: Die Energieversorgung ist grundsätzlich zunächst keine städtische Aufgabe und kann angesichts der personellen und finanziellen Ressourcen derzeit auch nicht freiwillig übernommen werden.
Gemeinsam mit dem Abschlussbericht hat der Gemeinderat fünf priorisierte Maßnahmen beschlossen, die in den nächsten fünf Jahren begonnen werden sollen. Dazu gehören unter anderem koordinierte Dialoge mit den Betreibern der Strom- und Gasnetze. Die Festlegung solcher Maßnahmen ist im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung verpflichtend.
Der Kommunale Wärmeplan sowie die Steckbriefe zu allen 67 Teilgebieten sind auf der städtischen Website abrufbar.